Türkei droht weiterhin mit Intervention gegen PKK
publiziert: Sonntag, 28. Okt 2007 / 09:37 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 28. Okt 2007 / 19:10 Uhr

Bagdad/Teheran - Die Türkei hat ihre Drohungen gegen die Kämpfer der Kurdischen Arbeiterpartei PKK wiederholt. Die Option eines militärischen Eingreifens im Nordirak bleibt nach Angaben der Regierung weiterhin auf dem Tisch.

Mahmud Ahmadinedschad will auch gegen die PKK vorgehen.
Mahmud Ahmadinedschad will auch gegen die PKK vorgehen.
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«Wir brauchen niemanden um Erlaubnis zu bitten», sagte Regierungschef Tayyip Erdogan. Aussenminister Ali Babacan bekräftigte bei einem Besuch im Iran, alle Optionen seien offen: Diplomatie und Militäreinsatz.

Nach einem Bericht einer türkischen Nachrichtenagentur sagte auch der türkische Präsident Abdullah Gül in einem Gespräch mit seinem iranischen Amtskollegen Mahmud Ahmadinedschad, die diplomatischen Möglichkeiten seien erschöpft und die Türkei entschlossen, die PKK im Nordirak auszumerzen.

Ahmadinedschad hatte zuvor erklärt, er befürworte eine friedliche Lösung, auch wenn gegen die PKK vorgegangen werden müsse. Er rief deshalb zu neuen Verhandlungen mit Bagdad auf. Auch der Iran hat eine kurdische Minderheit.

Die Regierung in Ankara hatte Vorschläge des Iraks zum Vorgehen gegen die Rebellen jüngst als unzureichend zurückgewiesen. Entsprechende Krisengespräche zwischen den beiden Regierungen in Ankara waren Ende der Woche ohne Ergebnisse abgebrochen worden.

100'000 Soldaten an der Grenze zum Irak

Die Türkei hat bis zu 100'000 Soldaten an der Grenze zum Irak zusammengezogen und dort Kampfflugzeuge, -helikopter und Panzer in Stellung gebracht.

Die PKK signalisierte Verhandlungsbereitschaft über die acht von ihr entführten türkischen Soldaten. «Ich denke, dass das Problem innerhalb einer kurzen Zeitspanne gelöst werden wird», zitierte eine pro-kurdische Nachrichtenagentur einen der PKK-Anführer.

Die PKK verhandle mit «jeder geeigneten Delegation» über eine Freilassung. Die Soldaten wurden am vergangenen Sonntag bei einem Hinterhalt an der Grenze zum Irak gefangengenommen. Ankara hat bisher alle Verhandlungen mit der PKK strikte abgelehnt.

(smw/sda)

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