Türkin hungert sich im Gefängnis zu Tode
publiziert: Montag, 16. Dez 2002 / 16:01 Uhr

Istanbul - In der Türkei hat sich erneut eine Frau aus Protest gegen die Haftbedingungen in den Hochsicherheitsgefängnissen zu Tode gehungert. In den letzten zwei Jahren starben mehr als 100 Häftlinge bei Hungerstreiks.

Die zu lebenslänglicher Haft verurteilte Linksextremistin Feride Harman starb in der Nacht in einem Haus in Istanbul, wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Dort hatte sie ihren Hungerstreik fortgesetzt, nachdem sie Ende August wegen ihres schlechten Gesundheitszustandes aus der Haft entlassen worden war.

Harman war Mitglied der Revolutionären Volksbefreiungspartei/Front (DHKP/C). Die vor mehr als zwei Jahren begonnenen Hungerstreiks haben bislang mehr als 100 Häftlinge und Sympathisanten mit dem Leben bezahlt. Mehr als 60 hungerten sich zu Tode.

Die anderen starben bei blutigen Militär- und Polizeiaktionen, mit denen der Widerstand der Häftlinge sowie von Unterstützern ausserhalb der Gefängnisse gebrochen werden sollte. Die Proteste richten sich gegen die angebliche Isolationshaft in den Gefängnissen. Verhandlungen mit den Hungerstreikenden lehnte die türkische Regierung bisher stets ab.

(fest/sda)

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