Twitter will nationale Filter einsetzen
Twitter-Gemeinde fürchtet Zensur wegen nationalen Filtern
publiziert: Freitag, 27. Jan 2012 / 16:21 Uhr
Der Online-Kurznachrichtendienst Twitter will künftig Inhalte in bestimmten Ländern mit entsprechenden Filtern blockieren.
Der Online-Kurznachrichtendienst Twitter will künftig Inhalte in bestimmten Ländern mit entsprechenden Filtern blockieren.

Bern - Twitter will künftig nationale Filter einsetzen, um Inhalte zu sperren, die nicht gesetzeskonform sind. In der Twitter-Gemeinde formiert sich Enttäuschung - und Protest. Manche Nutzer sehen den Dienst als Instrument für Meinungsfreiheit akut in Gefahr.

7 Meldungen im Zusammenhang
Der Online-Kurznachrichtendienst Twitter will künftig Inhalte in bestimmten Ländern mit entsprechenden Filtern blockieren und hat damit eine Debatte um «Zensur» losgetreten.

Bislang sei es nur möglich gewesen, einzelne Einträge («Tweets») komplett zu löschen, so dass sie weltweit nicht mehr zur Verfügung stehen, teilte Twitter in einem Blogeintrag mit. Nun könnten einzelne Nachrichten jeweils nur in einem bestimmten Land blockiert werden, weltweit aber verfügbar bleiben.

Was die Betreiber des Dienstes als Fortschritt werten, sehen viele Nutzer als Ende einer Ära. «Eine Twitter-Revolution wird es nicht mehr geben», schreibt Jannis Kucharz in einem Blogbeitrag auf netzfeuilleton.de.

Vor allem bei den arabischen Demokratiebewegungen hatte Twitter eine bedeutende Rolle gespielt. Für viele Nutzer dort war der Kurznachrichtendienst teilweise die einzige Brücke nach draussen und konterkarierte vielfach die Vertuschungsversuche der Machthaber.

Zu Boykott aufgerufen

Twitter wolle mit den neuen Filtern den gesetzlichen Regeln in den jeweiligen Ländern besser entsprechen können, heisst es in der Begründung. Als Beispiel führt Twitter etwa Deutschland und Frankreich an, wo anders als in vielen anderen Ländern «Pro-Nazi»-Inhalte verboten seien.

Manche Beobachter vermuten, es dürfte auch um Marktanteile in Ländern mit fehlender oder eingeschränkter Meinungsfreiheit gehen. Twitter könne sich mit den Filterwerkzeugen einen einfachen Zugang zum chinesischen Markt erschliessen, wo viele Dienste bereits wegen kritischer Meinungen abgeschaltet wurden.

Nahezu jedes Land halte die Meinungsfreiheit als schützenswertes Gut sehr hoch, argumentiert der Kurznachrichtendienst. Mit dem internationalen Wachstum sei Twitter inzwischen aber in Ländern verfügbar, die auch ganz unterschiedliche Vorstellungen von Meinungsfreiheit hätten.

Twitter hat nach eigenen Angaben rund hundert Millionen Nutzer weltweit. Unter dem Stichwort (Hashtag) «TwitterBlackout» riefen am Freitag einige Nutzer zum internationalen Boykott auf. Sie wollen am Sonntag, 28. Januar, aus Protest einen Tag lang keine Kurznachrichten über Twitter senden.

(asu/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Glarus - Ein 39-jähriger Schweizer ist am Montag im Kanton Glarus wegen rassistischen Äusserungen auf dem Sozialen Netzwerk Twitter verhaftet worden. Er hatte über ... mehr lesen
Ein twitternder «Rechtspatriot» wurde in Glarus wegen «Rassendiskriminierung» angezeigt.
Facebook Berichten des Wall Street Journals ... mehr lesen
Facebook will Beiträge zum selben Thema verknüpfen.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Internet-Nutzer sollen leichteren Zugang zu ihren Daten bekommen.
Brüssel - Internet-Nutzerinnen und -Nutzer sollen ihre persönlichen Daten im Netz besser kontrollieren können. Einen entsprechenden Vorschlag legte EU-Justizkommissarin ... mehr lesen
Washington - Das Ministerium für ... mehr lesen 1
Die US-amerikanische Regierung will umfassend informiert sein.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
TikTok ist besonders bei jungen Leuten beliebt.
TikTok ist besonders bei jungen Leuten beliebt.
Google ist nicht mehr die am meisten aufgerufene Webseite: Im letzten Jahr verzeichnete die chinesische Social-Media-Plattform TikTok mehr Besuche als die Suchmaschine Google des US-Konzerns Alphabet. mehr lesen 
Social Media Schuldeintreiber in der USA dürfen seit kurzem auch säumige Schuldner per Social Media kontaktieren. Ein entsprechendes Gesetz des Consumer ... mehr lesen  
Auf Social Media-Kanälen sind Schuldner nicht mehr vor Inkassobüros sicher.
Die Kosmetikmarke Lush hat nach eigenen Angaben «endgültig genug» von Facebook, Instagram, TikTok und Snapchat. mehr lesen  
Ohne ein gutes Videobearbeitungsprogramm geht es leider nicht.
Die sozialen Netzwerke haben in den Leben vieler Menschen einen wichtigen Stellenwert gefunden. Selbst regelrechte Karrieren konnten ... mehr lesen  
Mickael L. Perrin in seinem Labor an der Empa.
eGadgets Mini-Stromgenerator aus Quantenpunkten Dübendorf, St. Gallen und Thun - Mickael L. Perrin ...
Domain Namen registrieren
Domain Name Registration
Zur Domain Registration erhalten Sie: Weiterleitung auf bestehende Website, E-Mail Weiterleitung, Online Administration, freundlichen Support per Telefon oder E-Mail ...
Domainsuche starten:


 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich -1°C 3°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebelfelder recht sonnig
Basel -2°C 5°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
St. Gallen -3°C 1°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebelfelder recht sonnig
Bern -2°C 2°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebelfelder recht sonnig
Luzern -1°C 3°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebelfelder recht sonnig
Genf -2°C 5°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebelfelder Nebelfelder
Lugano 1°C 8°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten