Nahrungsmittelkrise im Südsudan

UNO-Hilfsorganisationen warnen vor Hungersnot

publiziert: Samstag, 26. Jul 2014 / 14:30 Uhr
Die Kämpfe im Südsudan erschweren zudem die Versorgung der Flüchtlinge mit Hilfsgütern.
Die Kämpfe im Südsudan erschweren zudem die Versorgung der Flüchtlinge mit Hilfsgütern.

New York - Das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF und das UNO-Welternährungsprogramm WFP haben vor einer Hungersnot im Südsudan gewarnt. Die UNO-Hilfsorganisationen warnten eindringlich vor einer Wiederholung der Krise am Horn von Afrika vor drei Jahren, als ähnliche Warnungen lange ignoriert wurden.

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In ihrer am Freitagabend nach einer Inspektionsreise von Vertretern der beiden UNO-Organisationen im Südsudan veröffentlichten Erklärung betonten die Hilfsorganisationen, bereits heute litten knapp eine Million Kinder im Südsudan an schwerer Unterernährung. Wenn nichts geschehe, drohten 50'000 Kinder zu verhungern.

«Während hier täglich Kinder sterben, sollte die Welt nicht warten, bis eine Hungersnot (offiziell) verkündet wird», forderte der UNICEF-Generaldirektor Anthony Lake.

UNICEF und WFP äusserten die Sorge, dass «die Welt eine Wiederholung dessen erlaubt, was sich in Somalia und am Horn von Afrika vor nur drei Jahren ereignete». Die WFP-Direktorin Ertharin Cousin forderte die Staatengemeinschaft zum sofortigen Handeln auf.

Im Südsudan war im Dezember der Konflikt zwischen Präsident Salva Kiir und seinem langjährigen Rivalen Riek Machar eskaliert. Bei Kämpfen wurden seitdem tausende Menschen getötet. Wegen der Gewalt verliessen 1,5 Millionen Menschen ihre Häuser und konnten daher ihre Felder nicht bestellen.

Die Kämpfe erschweren zudem die Versorgung der Flüchtlinge mit Hilfsgütern. Die einsetzende Regenzeit wird die Hilfsmassnamen weiter behindern.

Sicherheitsrat: schlimmste Nahrungsmittelkrise

Der UNO-Sicherheitsrat bezeichnete in einer Entschliessung die Nahrungsmittelkrise im Südsudan als «die schlimmste der Welt» und rief die Geberländer zu grosszügiger Hilfe auf.

In der einstimmig verabschiedeten Entschliessung hiess es, die Krise drohe wegen des Konflikts zwischen Regierungstruppen und Aufständischen bald zu einer Hungersnot zu werden. Die Zahl der Hungernden könnte der UNO zufolge bis August auf vier Millionen steigen.

An die Geberländer, die im Mai auf einer Konferenz in Oslo mehr als 618 Millionen Dollar für den Südsudan zugesagt hatten, appellierte der Rat, ihre Zusagen einzuhalten und die Hilfsmittel aufzustocken. Die Konfliktparteien wurden aufgerufen, die Zivilisten, insbesondere Frauen und Kinder, zu schützen und humanitäre Hilfe nicht zu behindern.

In einer weiteren Entschliessung beklagte der UNO-Sicherheitsrat den mangelnden Fortschritt bei den Bemühungen um Frieden und Versöhnung im Südsudan. Die Konfliktparteien müssten die Feindseligkeiten sofort einstellen und Verhandlungen aufnehmen. Angriffe gegen Zivilisten oder UNO-Soldaten könnten als Kriegsverbrechen gewertet werden.

Der Südsudan ist der jüngste Staat der Welt; erst 2011 hatte er seine Unabhängigkeit vom Sudan im Norden erlangt.

(asu/sda)

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