Hitzige Diskussion ausgelöst

US-Indie-Rocker fordern Handyverbot auf Konzerten

publiziert: Mittwoch, 17. Apr 2013 / 20:48 Uhr
Die Band möchte nicht, dass Fans zu Smartphones greifen um Konzerte mitzufilmen oder reihenweise Fotos zu schiessen.
Die Band möchte nicht, dass Fans zu Smartphones greifen um Konzerte mitzufilmen oder reihenweise Fotos zu schiessen.

New York - Die US-amerikanische Indie-Rockband «The Yeah Yeah Yeahs» will sich nicht damit anfreunden, dass die eigenen Fans zunehmend zu Smartphones greifen, um Konzerte mitzufilmen oder reihenweise Fotos zu schiessen.

Bei einem kürzlichen Auftritt in der Webster Hall in New York liess die dreiköpfige Truppe deshalb einfach kurzerhand grossflächige Plakate an den Eintrittstoren anbringen, die die hereinströmenden Besucher dazu aufforderten, ihre geliebten Handy-Begleiter während der gesamten Live-Performance eingesteckt zu lassen. Mit der Aktion reiht sich die Band in eine immer länger werdende Liste von Künstlern ein, die sich für ein generelles Smartphone-Verbot bei Live-Konzerten aussprechen.

«Die Problematik von Smarthones bei Live-Konzerten stellt sich von Künstler zu Künstler unterschiedlich dar», erklärt Thomas Böhm, Sprecher des Verbandes der Österreichischen Musikwirtschaft, auf Nachfrage. Dementsprechend sei auch die Einstellung bei den Musikschaffenden sehr differierend. «Jeder hat hier seine eigenen Erfahrungen gemacht», betont Böhm. «Wenn diese eher negativ ausfallen, sollten Künstler aber auch die Möglichkeit haben, ihre Fans darauf aufmerksam zu machen, dass sie keine Handys auf ihren Konzerten wünschen», meint der Experte, angesprochen auf die aktuelle Aktion der Yeah Yeah Yeahs. «Natürlich ist ein generelles Handy-Verbot nicht zu 100 Prozent kontrollierbar», gibt Böhm zu bedenken.

Hitzige Debatte entfacht

«Bitte schaut euch die Show nicht auf dem Bildschirm eures Smartphones oder eurer Kamera an», so der Aufruf, mit dem die bekannte New Yorker Band den grassierenden Handy-Wahnsinn in den Konzertsälen in den Griff bekommen will. Um die eigene Abneigung gegenüber dem ständigen Aufnehmen von Fotos und Videos während der Bühnenperformance zu unterstreichen, verkündete Sängerin Karen Orzolek alis «Karen O» zu Beginn des Auftritts zusätzlich auch noch per Mikrofon, was sie von derartigen Praktiken hält: «Schiesst schnell noch ein paar Fotos, aber dann steckt die Scheisse endlich weg!»

Nach Bekanntwerden der Aktion ist nun eine hitzige Diskussion innerhalb der US-amerikanischen Musikbranche entfacht, die sich mit der zunehmenden Smartphone-Nutzung auf Konzerten auseinandersetzt. Dabei meldeten sich sofort mehrere namhafte Künstler wie beispielsweise die US-Sänger- und Musikerikone «Prince», die sich der Aufforderung der Yeah Yeah Yeahs anschliessen wollen.

Verständliches Verhalten

Bei vielen Musikexperten zeigt sich aber durchaus auch Verständnis für das Verhalten des Publikums. «Es ist doch mehr als nachvollziehbar, wenn Fans einen grossartigen Moment eines Live-Gigs mit ihrer Kamera als Foto oder Video festhalten wollen», zitiert TechCrunch einen Brancheninsider. Viele Musikliebhaber seien zudem mehr als froh darüber, dass einige Zuseher das Geschehen auf der Bühne mitprotokollieren würden. Durch das Online-Stellen von selbst erstellten Konzertmitschnitten auf Plattformen wie YouTube könnten schliesslich auch solche Menschen in den Genuss von Konzerten kommen, die es nicht persönlich dorthin geschafft haben, so eines der Argumente der Handy-Befürworter.

(tafi/pte)

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