Fifa-Skandal

US-Justiz ermittelt gegen weitere Fussball-Funktionäre

publiziert: Donnerstag, 3. Dez 2015 / 21:10 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 3. Dez 2015 / 23:48 Uhr
16 Fussball-Funktionäre im Visier der US-Justiz.
16 Fussball-Funktionäre im Visier der US-Justiz.

Washington/Zürich - Das US-Justizministerium ermittelt im FIFA-Korruptionsskandal gegen 16 weitere hochrangige Fussball-Funktionäre. Darunter ist auch das ehemalige FIFA-Exekutivmitglied Ricardo Teixeira.

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Ferner handelt es sich um den früheren brasilianischen Verbandspräsidenten Marco Polo del Nero und das ehemalige FIFA-Exekutivmitglied Rafael Salguero aus Guatemala.

Das gab US-Justizministerin Loretta Lynch am Donnerstag an einer Pressekonferenz in Washington bekannt. Am Morgen waren in Zürich die FIFA-Vizepräsidenten Juan Angel Napout aus Paraguay und Alfredo Hawit Banegas aus Honduras verhaftet worden.

Die beiden werden verdächtigt, Bestechungsgelder in Millionenhöhe angenommen zu haben, wie das Bundesamt für Justiz (BJ) mitteilte. Um die Verhaftung der beiden Vizepräsidenten des Weltfussballverbands FIFA hatten die USA ersucht. Die Männer sitzen nun in Auslieferungshaft.

Der Honduraner Hawit und der Paraguayer Napout wurden noch am Donnerstag erstmals von der Kantonspolizei Zürich angehört. Beide widersetzen sich der Auslieferung an die USA. Das BJ wird die USA daher auffordern, formelle Auslieferungsersuchen zu stellen.

Die FIFA nimmt keine Stellung zu den Verhaftungen, wie der interimistische Präsident Issa Hayatou vor den Medien in Zürich sagte. Die FIFA werde «die Untersuchungen unterstützen und mit den Behörden kooperieren», kündigte er lediglich an.

Mit der Festnahme von Hawit und Napout sitzen nun zwei von sieben FIFA-Vizepräsidenten hinter Gittern. Mit Michel Platini ist ein weiterer Vizepräsident suspendiert, dasselbe gilt für Präsident Josef Blatter.

Festnahmen im Morgengrauen

Hawit und Napout waren am frühen Donnerstagmorgen im Zürcher Hotel Baur au Lac festgenommen worden - kurz vor einem Treffen des FIFA-Exekutivkomitees, an dem ein umfassendes Reformpaket verabschiedet wurde. Im gleichen Hotel waren bereits Ende Mai sieben FIFA-Funktionäre verhaftet worden.

Wie bei diesen geht es auch bei Napout und Hawit um Bestechungsvorwürfe. Sie sollen Schmiergelder als Gegenleistung für den Verkauf von Vermarktungsrechten im Zusammenhang mit der Austragung von Fussballturnieren in Lateinamerika und von WM-Qualifikationsspielen angenommen haben.

Die Straftaten wurden laut BJ teilweise in den USA abgesprochen und vorbereitet. Zudem seien Zahlungen über US-Banken abgewickelt worden. Napout und Hawit seien im Verlauf der Ermittlungen der für den Bezirk Ost von New York zuständigen Staatsanwaltschaft unter Verdacht geraten. Das US-Justizministerium habe am 29. November sogenannte Verhaftsersuchen gestellt, schreibt das Bundesamt.

Die beiden FIFA-Vizepräsidenten sind noch nicht lange im Amt. Ihre Vorgänger Eugenio Figueredo und Jeffrey Webb waren bei der ersten Verhaftung in Zürich im Mai unter den sieben Festgenommenen. Hawit ist Präsident des Nord- und Zentralamerikanischen und Karibischen Fussballverbandes (CONCACAF), Napout Präsident des Südamerikanischen Fussballverbands (CONMEBOL).

(sda)

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