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«Underworld: Drug Lords»: Apple löscht Game-App

publiziert: Dienstag, 7. Okt 2014 / 15:45 Uhr
Die App könnte die Spieler zu kriminellen Handlungen verleiten.
Die App könnte die Spieler zu kriminellen Handlungen verleiten.

Cupertino/Klaipeda/Frankfurt - Die Game-App «Underworld: Drug Lords» von Entwickler A-Steroids, bei der der User als kleinkrimineller Dealer startet und später sein eigenes Drogen-Imperium aufbaut, hat Apple nun aus dem App Store geworfen.

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«Hier kommt es zu einer Bagatellisierung kriminellen Handelns. Gerade Kinder, Heranwachsende und junge Erwachsene, die überwiegend zur Zielgruppe solcher Spiele gehören dürften, werden spielerisch an Drogen herangeführt. Es wird suggeriert, dass mit dem Handel von Drogen schnelles Geld zu verdienen ist - die Hemmschwellen fallen», sagt Ute Winterstein, Leiterin der Frankfurter Malteser Suchthilfe, gegenüber pressetext.

«Underworld: Sugar Wars» - Süssigkeiten statt Drogen

Bereits vor sechs Jahren löschte Apple die Originalversion der App des litauischen Entwickler-Unternehmens von der Plattform. Damals fand im Nachhinein ein drastisches Umschreiben des Spieles statt. Aus dem «Drug Dealing Simulator» wurde «Underworld: SweetDeal». Anstatt illegaler Substanzen wurden Süssigkeiten vertrieben. Sämtliche Drogen verschwanden aus der App und wurden durch Naschereien ersetzt.

Weil eine neue Version des Simulators nun wieder aus dem App Store entfernt wurde, sieht sich A-Steroids ein zweites Mal zum Handeln gezwungen. Kurz nach der Veröffentlichung des neuen iPhones würde sich ein Game auf den oft besuchten Apple-Servern für die Entwickler lohnen. Deshalb wurden nun erneut Pläne für ein komplett überarbeitetes Design gemacht. Unter dem Namen «Underworld: Sugar Wars» soll das Spiel erneut mit viel Süssem an den Start gehen.

Klare Geschäftsbedingungen

Apples Geschäftsbedingungen sind hingegen eindeutig: Alle Anwendungen, die kriminelles Verhalten befürworten oder sogar unterstützen, werden umgehend von der Download-Plattform gelöscht. So auch erneut der Drug Dealing Simulator. Dass das kalifornische Unternehmen mit Argusaugen über die bereitgestellten Apps in seinem Store wacht, ist bekannt. So wurde 2009 auch ein dubioser «Baby Shaker» gelöscht.

A-Steroids beklagt sich dennoch und argumentiert, dass im Originalspiel keine Gewalt oder Pornografie dargestellt wurde. Selbst die Namen echter Drogen wurden mit erfundenen Bezeichnungen ersetzt. Apple wollte selbst bei der abgeschwächten App nicht akzeptieren, dass die Drogenthematik in ein Spiel eingebunden wurde.

Respektlos gegenüber Suchtkranken

«Wer bislang noch nichts mit Drogen zu tun hatte, findet möglicherweise so den Zugang. Auch in Anbetracht der grossen Not und des Leids, dass durch Drogen ausgelöst wird, ist es den Suchtkranken gegenüber respektlos, ein solches 'Spiel' in Umlauf zu bringen. Die Verbreitung ist unverantwortlich und sollte unterbunden werden», so Winterstein abschliessend.

(jbo/pte)

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