Ungeborenes mehrmals übers Internet angeboten

publiziert: Freitag, 21. Mai 2004 / 20:06 Uhr

London - Eine Britin ist wegen dem geplanten Verkauf ihres Babies zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die 33-Jährige bot ihr noch ungeborenes Kind über das Internet mindestens drei Paaren an und erhielt dafür mehrere tausend Pfund Anzahlung.

Die werdende Mutter hatte sich über eine spezielle Internetseite an Paare gewandt.
Die werdende Mutter hatte sich über eine spezielle Internetseite an Paare gewandt.
Das Gericht im nordenglischen Leeds verhängte die Strafe gegen die Frau wegen Betrugs und Verletzung des Adoptionsrechts. Die werdende Mutter hatte sich über eine spezielle Internetseite an Paare gewandt, die keine Kinder bekommen können.

Die Frau hatte bereits 3700 Euro (knapp 5700 Franken) Anzahlung eingestrichen und noch einen weiteren Vertrag über 8000 Pfund eingefädelt.

Die Polizei nahm die Frau im Dezember 2003 kurz nach der Geburt ihrer Tochter fest. Das Baby wurde in die Obhut einer Sozialeinrichtung gegeben.

Das ist eine sehr traurige Geschichte, sagte der Polizeikommissar Mick Hopwood. Man hat von Menschen profitiert, die verzweifelt Kinder haben wollten, und ein unschuldiges Baby wurde kaum besser behandelt als eine Ware - aus reiner Geldgier.

Den ersten Vertrag hatte die Frau im Februar vergangenen Jahres mit einem schottischen Paar geschlossen, den zweiten sechs Monate später mit Eheleuten aus Wales. Kurz vor der Niederkunft kündigte sie beide Verträge auf, um ihr Kind einem Paar aus dem südenglischen Southampton anzubieten.

Laut Polizei hatte die Frau noch Verhandlungen mit weiteren Interessenten eingeleitet, darunter einem Paar aus den USA. Demnach schöpften auch Krankenhausmitarbeiter keinen Verdacht. Im Jahr zuvor hatte die Frau nach Angaben der Krankenhausleitung unter normalen Umständen ein Kind zur Welt gebracht.

(bert/sda)

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