Ungereimtes bei der FIFA: Zen-Ruffinen erhebt neue Vorwürfe

publiziert: Sonntag, 21. Apr 2002 / 16:32 Uhr / aktualisiert: Montag, 22. Apr 2002 / 07:06 Uhr

Zürich - Noch bevor es am Montag zu einem persönlichen Gespräch zwischen den beiden FIFA-Spitzenfunktionären Joseph Blatter und Michel Zen-Ruffinen kommt, erhob Generalsekretär Zen-Ruffinen in der Sonntags-Presse neue Vorwürfe.

Michel Zen Ruffinen.
Michel Zen Ruffinen.
Bei der Präsidenten-Wahl 1998 in Paris soll ein ganz klarer Wahlbetrug stattgefunden haben, sagt Zen-Ruffinen in der gestrigen SonntagsZeitung und schildert dabei Vorkommnisse, die letzten Donnerstag in der Süddeutschen Zeitung ausführlich beschrieben worden waren. Damals sei der Verbandspräsident von Haiti durch den Sportminister seines Landes an der Reise zur Wahl in Frankreich gehindert worden. In Paris wurde aber dennoch eine Stimme für Haiti abgegeben. Und zwar durch einen engen Vertrauten von Jack Warner, dem gestern wiedergewählten Präsidenten des Verbandes Nord- /Mittelamerika und Karibik (CONCACAF). Zen-Ruffinen: «Laut FIFA- Reglement hätte dieser Vertraute nicht für Haiti stimmen dürfen, weil er Bürger von Trinidad und nicht von Haiti ist. Damit ist es ein ganz klarer Wahlbetrug.»

Ähnliches sei bereits zwei Jahre früher bei einem anderen FIFA- Kongress vorgekommen, weiss die Süddeutsche Zeitung. Damals hätte die Freundin des Verbandspräsidenten von Jamaika für Haiti gestimmt.

Zen-Ruffinens Vorwürfe richten sich in erster Linie gegen Jack Warner und die CONCACAF, gegen die er am 16. April eine richterliche Klage eingereicht hat. Warner hatte Zen-Ruffinen Illoyalität gegen seinen Präsidenten Blatter vorgeworfen und ihn zum Rücktritt aufgefordert. Nach seiner Klage musste der Generalsekretär nun seine Reise zum CONCACAF-Kongress am Wochenende in Miami absagen, weil er sich von Warner bedroht fühlte. Warner habe ihm gedroht, er solle nicht so unvorsichtig sein und nach Miami reisen.

Warner ist in Miami mit 36:2 Stimmen wiedergewählt worden. Sein Gegenkandidat Edgar Codesal aus Mexiko wurde zuvor an einer Kandidatur gehindert. Das hatte Zen-Ruffinen verbandsrechtlich prüfen wollen und war dann von Blatter «zurückgepfiffen» worden. Codesal wurde kurzfristig doch noch zur Wahl zugelassen, hatte aber keine Chance mehr. Beim Kongress war auch der FIFA-Präsident zugegen, während Zen-Ruffinen in der Schweiz die neuen Vorwürfe erhob. Vorwürfe über verschwundene Aktin (SonntagsBlick) oder irreguläre Vorgänge im Finanzwesen der FIFA (SonntagsZeitung). Er sei oft bewusst abgeschnitten worden von kurzfristig gelösten Entscheidungsprozessen, womit er sich schon auf Grund der FIFA- Statuten nicht abfinden könne (NZZ am Sonntag).

Zen-Ruffinen findet es auch schlimm, dass die FIFA bisher nie etwas gegen Warner, den einflussreichen Wahlhelfer Blatters, und die CONCACAF unternommen habe: «Dieser Verband stolpert seit zehn Jahren von einem Skandal zum nächsten, er zahlt und droht, es ist unglaublich.»

Auch hierbei erhält er Unterstützung von der Süddeutschen Zeitung (SZ), die einen früheren ISL-Manager zitiert, der mit Warner über die TV-Rechte der Weltmeisterschaft 2002 für die Karibik verhandelte. Warner habe bisher (1990, 1994 und 1998) die TV-Rechte von der FIFA immer für einen Dollar (!) pro WM gekauft und danach im karibischen Raum weiterverkauft. Damit sei der kleingewachsene Schullehrer aus Trinidad über Nacht schwer reich geworden. Die TV-Rechte für 2002 sollen nun durch die ISL nicht an Warner, sondern an einen anderen Geschäftsmann für 2,5 Millionen Dollar verkauft worden sein. Nach dem Zusammenbruch der ISL hätte Warner nun aber die Rechte doch noch erhalten, schreibt die SZ.

Wie geht es weiter im Zwist zwischen Blatter und Zen-Ruffinen, den der Generalsekretär nicht als Problem zwischen den beiden Wallisern, sondern als Problem der FIFA sieht? Das persönliche Gespräch vom Montag wird diese Probleme nicht lösen können. Es kann wohl höchstens zu einem «Waffenstillstand» führen. Bis am 3. Mai, wenn die FIFA-Exekutive zum nächsten Mal in Zürich tagt. Sie allein ist für die Ein- und Absetzung des Generalsekretärs zuständig. Und sie wird von Zen-Ruffinen Auskunft zu den Vorwürfen verlangen.

Will Zen-Ruffinen seinen Job retten, muss er dann Stellung beziehen. Gestern erklärte er im SonntagsBlick: «Die Frage ist: Bis wohin muss meine Loyalität gegenüber dem Präsidenten gehen? (..) Muss ich schweigen und dementsprechend ein Komplize sein? Oder muss ich die Wahrheit sagen, auch mit der Befürchtung, als Verräter dazustehen?»

(kil/sda)

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