Unschuldig in Haft: Widmer-Schlumpf entschuldigt sich
publiziert: Freitag, 10. Sep 2010 / 18:34 Uhr / aktualisiert: Freitag, 10. Sep 2010 / 21:02 Uhr
Bundesrätin Widmer-Schlumpf. (Archivbild)
Bundesrätin Widmer-Schlumpf. (Archivbild)

Hindelbank BE - Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf hat sich im Namen des Bundes bei ehemals administrativ Versorgten entschuldigt. Diese Menschen wurden als Jugendliche in Heime oder Gefängnisse gesteckt, ohne straffällig geworden zu sein.

Bis 1981 wurden in der Schweiz Jugendliche ohne gerichtliches Verfahren in Anstalten eingewiesen, wie das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) mitteilte. Als Gründe galten etwa ein «lasterhafter Lebenswandel», «Liederlichkeit» oder «Trunksucht».

Die Jugendlichen konnten keine richterliche Überprüfung der Anordnungen der Vormundschaftsbehörden verlangen. Oft wurden die jungen Frauen und Männer in Strafanstalten eingewiesen, wo sie nicht von den Straftätern getrennt waren.

Normalerweise entschuldige man sich im privaten Rahmen, sagte Bundesrätin Widmer-Schlumpf anlässlich eines Gedenkanlasses für ehemalige administrativ Versorgte. Doch in diesem Fall sei eine öffentliche Entschuldigung angebracht. Der von einem grossen Medienrummel begleitete Anlass fand am späten Freitagnachmittag im Schlosssaal des Frauengefängnisses im bernischen Hindelbank statt.

«Ich möchte in aller Form um Entschuldigung bitten, dass Sie ohne Gerichtsurteil in eine Strafanstalt eingewiesen wurden», sagte die Justizministerin. Im Saal waren mehrere Personen anwesend, die als Jugendliche weggesperrt worden waren, ohne eine kriminelle Tat begangen zu haben.

Die Menschenwürde verletzt

Drei Frauen schilderten vor den geladenen Gästen, Politikern und Medienvertreter, wie sie ihr Leben lang unter der Einweisung gelitten haben. «Ich wurde im Jahre 1967 - damals war ich 17 Jahre alt und im fünften Monat schwanger - in die Frauenstrafanstalt Hindelbank eingewiesen», sagte eine Betroffene.

Das damalige Verhalten der Behörden, des Anstaltsleiters und einiger Wärterinnen und Wärter habe die Menschenwürden verletzt und einen Machtmissbrauch dargestellt, sagte die sichtlich bewegte Frau. So etwas dürfe nie wieder geschehen.

(bert/sda)

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