Unternehmer lanciert Initiative gegen Top-Gehälter

publiziert: Montag, 30. Okt 2006 / 11:50 Uhr / aktualisiert: Montag, 30. Okt 2006 / 12:59 Uhr

Bern - Der Schaffhauser Kleinunternehmer Thomas Minder, Besitzer der Kosmetik-Firma Trybol AG, bläst zum Kampf gegen die Top-Gehälter der Schweizer Wirtschaftsmagnaten. Er lanciert eine Volksinitiative, um die «Abzockerei» zu stoppen.

Der Unternehmer will mit der Initiative die Aktionäre stärker in die Verantwortung nehmen.
Der Unternehmer will mit der Initiative die Aktionäre stärker in die Verantwortung nehmen.
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«Die Gier kennt keine Grenzen! Eine Mässigung ist nicht in Sicht», schreibt Minder, Besitzer der Kosmetik-Firma Trybol AG, auf seiner Homepage. Die Vergütungen von Führungskräften börsenkotierter Schweizer Unternehmen seien allein im letzten Jahr im Durchschnitt 18 Prozent gestiegen.

Damit soll nun Schluss sein. Am Montag hat Minder - zusammen mit seinen Eltern, seiner Lebenspartnerin, einer Bekannten und zwei Angestellten aus der Firma - eine «Volksinitiative gegen die Abzockerei» lanciert. Sie zielt auf Schweizer Unternehmen ab, die an einer Schweizer oder ausländischen Börse kotiert sind.

Grund für die Lancierung der Initiative ist nach Angaben von Minder die Revision des Aktienrechts, das voraussichtlich nächstes Jahr im Parlament behandelt wird. Er kritisiert, dass der Entwurf nicht gegen die «Abzockerei» vorgehe, da ein Grossteil der Parlamentarier im «Wirtschaftsfilz» verankert sei.

Mehr Macht für die Generalversammlung

Die Initiative fordert vor allem mehr Mitentscheidungsrechte für die Aktionäre. Als eigentliche Besitzer der börsenkotierten Unternehmen sollten sie deren Managern Grenzen zeigen können. Mitglieder der Chefetage sollen so künftig auf Prämien, Abgangsentschädigungen und Vergütungen im Voraus verzichten müssen.

Er habe sich schon immer darüber geärgert, dass Mitglieder der Chefetage trotz Verlusten der Unternehmen Entschädigungen in Millionenhöhe erhielten, sagte Thomas Minder auf Anfrage. Ausschlag zur Lancierung der Initiative habe jedoch das Swissair-Debakel gegeben. «André Dosé kassierte Millionen, wir machten Verluste.»

Ab Dienstag erscheinen in den Tageszeitungen die ersten Inserate inklusive Unterschriftenbögen. Auf diversen Internetseiten sind diese bereits aufgeschaltet. «Und es folgen sicher noch mehr», sagt Minder. Voraussichtlich am 18. November fände ausserdem ein nationaler Sammeltag statt.

(fest/sda)

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