Untersuchung: Abhörwanzen am Genfer UNO-Sitz

publiziert: Donnerstag, 16. Dez 2004 / 21:34 Uhr

Genf - In einem Saal am Genfer UNO-Sitz sind Abhörwanzen entdeckt worden. Das haben Recherchen des Westschweizer Fernsehens ergeben, wie die Tagesschau von Schweizer Fernsehen DRS berichtete.

Der UNO-Sitz in Genf.
Der UNO-Sitz in Genf.
Wer die Geschehnisse in dem viel frequentierten Saal belauschen wollte, ist nicht bekannt. Gemäss dem TV-Beitrag handelt es sich um einen der schönsten Säle im Genfer UNO-Sitz, in dem sich Staatschefs, Minister und die Chefs wichtiger Delegationen treffen.

Dort finde auch jeden Mittwoch die Videokonferenz zwischen Genf und New York statt. Die Abhörwanzen - die in der Tagesschau im Bild gezeigt wurden - seien von Bauarbeitern bei im Herbst begonnenen Renovationsarbeiten in der Täferung entdeckt worden.

Die UNO habe den Fund der Abhöranlage gegenüber dem Westschweizer Fernsehen bestätigt. Sie habe eine Untersuchung angeordnet, die jedoch streng geheim sei.

Raffiniertes Abhörsystem

Bei den Wanzen aus der UNO handle es sich um ein raffiniertes Abhörsystem, sagte der Experte Patrik Eugster, Direktor der Genfer Surveillance Consultung Group, in dem TV-Beitrag. Die Gespräche würden aufgefangen und in Sekundenbruchteilen weitergeschickt. Die Impulsabgabe sei so kurz, dass sie nur sehr schwierig zu entdecken sei.

Das Speicherelement stamme offenbar aus Bulgarien oder Ungarn. Die Wanze sei etwa drei oder vier Jahre alt. Das Material stamme aus Russland oder aus Osteuropa.

(bert/sda)

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