Versöhnung in Honduras gescheitert

publiziert: Freitag, 6. Nov 2009 / 07:44 Uhr / aktualisiert: Freitag, 6. Nov 2009 / 11:31 Uhr

Tegucigalpa - Die honduranische Übergangsregierung von Präsident Roberto Micheletti ist am Donnerstagabend (Ortszeit) zurückgetreten. Wie in Tegucigalpa mitgeteilt wurde, soll damit der Weg für die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit und Versöhnung freigemacht werden.

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Tegucigalpa - Rund vier Monate nach dem Militärputsch in Honduras ist der Plan für eine Regierung der nationalen Einheit und Versöhnung gescheitert. Ein Ende der schwersten politischen Krise Lateinamerikas seit 20 Jahren rückte damit wieder in weite Ferne.

US-Vermittlung geplatzt

Der gestürzte Präsident Manuel Zelaya erklärte, eine erst in der vergangenen Woche unter US-Vermittlung getroffene Vereinbarung mit Übergangspräsident Roberto Micheletti sei geplatzt. Die Rivalen machten sich gegenseitig für das Scheitern verantwortlich. Zelaya forderte seine Anhänger zum Boykott der für Ende November geplanten Präsidentenwahlen auf.

Krise eskaliert

Die Krise war in der Nacht weiter eskaliert: Zunächst reichte Michelettis Übergangsregierung ihren Rücktritt ein und machte damit wie geplant den Weg frei für die Bildung einer Einheitsregierung.

Doch die Widersacher Micheletti und Zelaya bestanden beide darauf, die neue Regierung bis zur Präsidentenwahl zu leiten. Zelaya weigerte sich, eigene Kabinettsmitglieder zu nennen. Micheletti setzte die Regierungsbildung trotzdem fort.

«Wir werden dieses Theater mit Herrn Micheletti nicht fortsetzen», erklärte Zelaya daraufhin. Das Verhalten Michelettis und seiner Anhänger sei absurd. Micheletti erklärte seinerseits, das neue Kabinett repräsentiere ein breites Spektrum, obwohl Zelaya keine Mitglieder entsandt habe.

Das Militär hatte den während seiner Amtszeit immer weiter nach links gerückten Zelaya Ende Juni gestürzt und ausser Landes gebracht. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion kehrte Zelaya im September nach Honduras zurück und befindet sich seitdem in der brasilianischen Botschaft in der Hauptstadt Tegucigalpa.

Krise isoliert das Land

Die Krise hat das verarmte Land gelähmt und international isoliert. Sie weckt Erinnerungen an Jahrzehnte während des Kalten Krieges, in denen Instabilität, Militärregime und Menschenrechtsverstösse das politische Bild Lateinamerikas prägten.

(zel/sda)

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