Viele Kinder unter den 41 000 Toten

publiziert: Montag, 10. Okt 2005 / 19:41 Uhr

Muzaffarabad - Zehntausende Tote und Verwüstungen: Nach dem Erdbeben wird die Lage der Überlebenden in der schwer zugänglichen Himalaya-Region Kaschmir immer dramatischer.

Die 2,5 Millionen Obdachlosen in Pakistan sind dringend auf Nahrungsmittel angewiesen.
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In Pakistan kamen Schätzungen zufolge 41 000 Menschen ums Leben. Im Norden Indiens starben 950 Menschen. 60 000 Menschen wurden nach pakistanischen und indischen Angaben verletzt, tausende wurden zwei Tage nach der Tragödie noch vermisst.

Viele Hunger- und Kälte-Tote prognostiziert

2,5 Millionen Menschen wurden laut Hilfsorganisationen obdachlos. 200 000 winterfeste Zelte werden benötigt. Die Überlebenden seien auch auf Lebensmittel, Trinkwasser, Medikamente und Decken angewiesen.

Am Samstag hatte das Beben der Stärke 7,7 - das stärkste in der Region seit 100 Jahren - weite Landstriche verwüstet. «Jede Stunde zählt», sagte UNO-Generalsekretär Kofi Annan in Genf.

In der Gebirgsregion harren viele ohne Nahrung, Wasser und Strom und bei eisigen Nachttemparaturen im Freien aus. «Wir haben das Beben überlebt, aber nun wird uns klar, dass wir an Hunger und Kälte sterben werden», sagte Mohammad Zaheer in der schwer zerstörten Stadt Balakot.

Schulkinder sind die häufigsten Toten

Die meisten Toten in Pakistan seien Schulkinder, sagte der pakistanische General Shaukat Sultan: «Eine ganze Generation ist verloren gegangen.» Allein in Balakot wurden unter drei Schulen tausend Kinder vermisst. Einwohner gruben oft mit blossen Händern nach ihnen.

Überlebende machten ihrem Ärger über die «langsame» Regierung Luft. «Die Menschen sind hilflos», sagte der Journalist Raja Iftikhar in Muzaffarabad. «Mein Haus ist zerstört. Hier liegen noch immer zwei Tote - aus meiner Familie.»

Gleichzeitig gaben die Menschen die Hoffnung nicht auf und suchten weiter. So konnte in der Haupstadt Islamabad ein junger Mann 36 Stunden nach dem Beben aus den Trümmern eines Hochhauses gerettet werden.

Auch in Balakot wurde der Einsatz der Retter belohnt: Sie fanden fünf Kinder unter einer Schule - lebend. Allerdings wurden bereits 70 Kinderleichen geborgen.

Auch aus Indien kommt Hilfe

Etwa 500 Experten aus aller Welt wurden nach Pakistan entsandt. Sogar aus Indien kommt Hilfe. Die Nachbarländer haben um das vom Erdbeben zerstörte Kaschmir seit 1947 zwei Kriege geführt. Nun nahm die Regierung Pakistans ein Hilfsangebot für 25 Tonnen Hilfsgüter aus Neu Delhi an.

(gg/sda)

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