Vier Unwettertote - zwei vermisst

publiziert: Dienstag, 23. Aug 2005 / 15:21 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 23. Aug 2005 / 23:00 Uhr

Bern - Die verheerenden Überschwemmungen haben in der Schweiz mindestens vier Tote gefordert. Zwei Frauen werden vermisst.

An vielen Orten hat sich die Lage etwas stabilisiert.
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In Brienz BE kam am frühen Dienstagmorgen eine junge Frau ums Leben. Eine Welle des über die Ufer getretenen Glyssibachs prallte mit derartiger Wucht gegen ihr Haus, dass dieses einstürzte. Die Frau konnte nur noch tot aus den Trümmern geborgen werden.

Eine weitere junge Frau wurde schwer verletzt, eine dritte wird vermisst. Insgesamt zerstörte der Bach acht Häuser ganz und 13 teilweise.

Tot im Dorfbach

Ein weiterer Toter ist im zürcherischen Dürnten zu beklagen. Der Mann wurde am Dienstagmorgen aus dem Dorfbach geborgen. Seine Leiche hatte sich in Schwemmholz verheddert. Die Polizei nimmt an, dass er in der Nacht in den Bach gestürzt und ertrunken war.

Zudem wurde aus dem Walensee bei Unterterzen eine Wasserleiche geborgen. Ob der Tod des unbekannten Mannes in Zusammenhang mit der Unwetterkatastrophe steht, war unklar.

Mit den beiden Vermissten und der Leiche im Walensee steht zu befürchten, dass die Opferbilanz des Hochwasser auf sieben ansteigen könnte. In der Sonntagnacht waren zwei Feuerwehrmänner in Entlebuch LU von einem Erdrutsch erfasst und getötet worden.

Situation weiter dramatisch

In den meisten Teilen der Schweiz bleibt die Hochwassersituation dramatisch. Im Kanton Bern steigen die Seespiegel weiter an, die Aare in Bern erreichte am Morgen den Maximalstand vom Vortag.

Im Matte-Quartier wurden bis am späten Abend rund 240 Personen evakuiert. Der Pegel des Thunersees stand am Morgen bei 559,05 Meter, rund 70 Zentimeter über der Schadengrenze.

In Wilderswil trat die Lütschine über die Ufer und überflutete am späten Montagabend weite Teile von Interlaken und den umliegenden Gemeinden.

Grindelwald und Lauterbrunnen sind von der Umwelt abgeschnitten. Ab Dienstagmorgen soll eine kostenpflichtige Helikopter-Luftbrücke eingerichtet werden.

Bahnverkehr weiter behindert

Im Raum Luzern/Zentralschweiz, im Berner Oberland und auf der Nord-Süd-Achse behindern Hochwasser und Erdrutsche weiter den Bahnverkehr.

Gotthard und Lötschberg bleiben gesperrt. Auch viele Strassen, darunter der Gotthard, bleiben unpassierbar.

Der Streckenunterbruch zwischen Brunnen SZ und Sisikon UR wegen eines Erdrutsches behindert den Personen- und Güterverkehr der SBB massiv.

Nach deren Angaben bleibt die Gotthardlinie mehrere Tage unterbrochen. Auch die Bahnverbindung der BLS am Lötschberg ist weiterhin auf Berner Seite unterbrochen.

Grossräumige Umleitung

Die SBB-Strecke Zürich-Chur ist bei Ziegelbrücke GL auch gesperrt. Die IC-Züge werden grossräumig umgeleitet. Auf den betroffenen Strecken kommen, wo es möglich ist, Ersatzbusse zum Einsatz.

Für mehrere Tage aufrecht bleiben auf der Linie Luzern-Langnau diverse Sperrungen zwischen Trubschachen und Malters und auf der Linie Zug-Arth-Goldau die Strecke Walchwil-Goldau. Auch die Brünig-Strecke ist bis auf weiteres nicht befahrbar.

Der Personenwagenverkehr wird zwischen Flüelen und Erstfeld auf die Kantonsstrasse umgeleitet. Allerdings nur bis Schattdorf: Um 5.50 Uhr musste dort auch die Kantonsstrasse gesperrt werden.

Auch die Klausenpassstrasse ist schwer beschädigt worden und bleibt zu. Im Kanton Schwyz ist Brunnen nur noch auf dem Seeweg zu erreichen, Bahnlinie und Strassen sind unterbrochen.

Im Aargau Lage stabilisiert

Im Kanton Aargau hat sich die Hochwasserlage bis am Dienstagmorgen stabilisiert, bleibt aber prekär. In den oberhalb des Aargau gelegenenen Einzugsgebieten der Flüsse verschärfte sich die Lage indes weiter. An der Reuss bei Merenschwand musste ein Damm verstärkt werden.

Nach den anhaltenden Regenfällen bleibt die Hochwasserlage in der Ostschweiz angespannt. Das Unterengagin ist von der Umwelt abgeschnitten. Die Verkehrswege im oberen Toggenburg und im Lintgebiet sind praktisch unpassierbar.

Mit Wasserpumpen, Helikoptern und Lastwagen helfen in den Hochwassergebieten mehrere hundert Angehörige der Schweizer Armee. Sie kommen unter anderem für Räumungsarbeiten, Verkehrsregelungen und für Evakuierungen zum Einsatz.

Hoffnung auf Entspannung der Lage macht die Wetterprognose von MeteoSchweiz: In der Deutschschweiz und in Graubünden gibt es am Vormittag noch vereinzelt Schauer, aber allmählich auch ein paar Aufhellungen.

(bert/sda)

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