Virtueller Tresor sichert Daten für die Nachwelt

publiziert: Montag, 9. Aug 2010 / 15:21 Uhr / aktualisiert: Montag, 9. Aug 2010 / 18:26 Uhr
Jeremy Toeman gündete Legacy Locker.
Jeremy Toeman gündete Legacy Locker.

Da das Leben vieler Menschen immer mehr online stattfindet, braucht es auch Möglichkeiten, virtuelle Daten für die Nachwelt aufzubewahren.

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Mit dieser Geschäftsidee wirbt das Startup-Unternehmen Legacy Locker. Es verspricht auf seiner Webseite, E-Mail-Adressen, Zugangsdaten für Paypal oder Facebook sowie auch Backup-Kopien von Dokumenten oder Videos verlässlich zu speichern. Der Online-Tresor erlaubt seinen Kunden zudem, Botschaften für einen bestimmten Empfängerkreis zu hinterlassen.

Foto-Schuhschachtel der Zukunft

«Der Flickr-Account des Vaters wird in Zukunft dem entsprechen, was heute die Schuhschachtel mit den alten Fotos des Grossvaters darstellt, oder ein Weblog das, was bisher ein altes Tagebuch war», erklärt Legacy Locker-Gründer Jeremy Toeman. 30 Dollar pro Jahr oder alternativ 300 Dollar für die Ewigkeit verlangt er für seine Dienste.

«Ich bin sicher, dass sich eifrige Farmville-Spieler Sorgen machen, dass ihr Hof eines Tages nicht mehr bewirtschaftet wird, da sonst keiner die Zugangsdaten hat. Gleiches gilt für die World of Warcraft-Fans. Was sie im Spiel leisten, ist ein Akt der Kreativität, ja fast schon Kunst. Dieser Nachlass gehört ebenso zum letzten Willen eines Menschen wie etwa Gewinne auf einem Online-Poker-Konto», so Toeman.

Gewinnerbe erfordert Selbstanzeige

«Der Bedarf, einem definierten Kreis virtuelle Erinnerungsstücke zu hinterlassen, steigt eindeutig», schätzt der Jurist Heinrich Meyer-Götz von der Stiftung Vorsorgedatenbank im pressetext-Interview. Schon bisher gibt es Dienste eines Online-Tresors, in dem Dokumente, Passdaten oder Flugtickets relativ diebstahlsicher gespeichert werden können. «Die Idee des Online-Nachlasses virtueller Dateien ist neu», so Meyer-Götz.

Für brisant hält der Rechtsexperte das Thema erst dann, sobald wirtschaftliches Vermögen im Spiel ist. «Hat etwa ein Verstorbener virtuelle Gewinne aus Glücksspielen im Ausland gebunkert, so müssen die Erben zunächst Selbstanzeige machen und die Steuern bezahlen, bevor sie die Erbschaft antreten können. Andernfalls wäre es Steuerhinterziehung.» Zudem übergibt man im Todesfall auch im Internet entstandene finanzielle Verpflichtungen an die Erben weiter.

Schwachstelle der Social Networks

Schwerpunkt von Legacy Locker sind allerdings eher Informationen, die nicht materiell veräusserbar sind. Es trifft damit eine Schwachstelle sozialer Netzwerke. Da Algorithmen nicht Tote von Lebenden unterscheiden können, löscht etwa Facebook ein Profil, sobald Aussenstehende das Ableben dessen Inhabers melden. Daneben gibt es die Möglichkeit, einem Account den «Erinnerungsstatus» zu verleihen. Freunde und Familie können dabei ähnlich wie in einem Kondolenzbuch posten und somit Trauer ausdrücken. Ausreichenden Schutz vor Missbrauch gibt es dabei jedoch nicht.

(fkl/pte)

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