Visa-Affäre: Mann in Oman verurteilt
publiziert: Sonntag, 3. Apr 2005 / 15:24 Uhr

Bern - Ein Mann aus Bangladesch ist im Zusammenhang mit dem Handel von Schweizer Visa in Oman verurteilt worden.

Der Handel von Visa hält nicht nur die Schweizer Justiz in Atem.
Der Handel von Visa hält nicht nur die Schweizer Justiz in Atem.
Er soll den früheren stellvertretenden Schweizer Honorarkonsul in der Hauptstadt Maskat bestochen haben, um sich Visa zu erkaufen. Der Bangladeschi sei am 21. März von einem Gericht in Maskat wegen Betrugs und Urkundenfälschung verurteilt worden, bestätigte der Eidgenössische Untersuchungsrichter Jürg Zinglé Aussagen, die er gegenüber der NZZ am Sonntag gemacht hatte. Die Strafe: eineinhalb Jahre Gefängnis und umgerechnet rund 1500 Franken Busse.

Zinglé führt in der Schweiz das Strafverfahren gegen den früheren stellvertretenden Honorarkonsul. Dieser sei teilweise geständig. Zwischen 1998 und 2003 habe er sich für den Verkauf von Schweizer Visa bestechen lassen. Der Ex-Honorarkonsul wird beschuldigt, Antragsformulare und Belege für Visa gefälscht und Visa-Unterlagen vernichtet zu haben.

Voruntersuchung bald zu Ende

Der Schweizer könnte für seinen Visa-Handel über 100 000 Franken kassiert haben, vermutet Zinglé. Er will in Kürze seine Voruntersuchung abschliessen und den Fall der Bundesanwaltschaft überweisen. Sie muss entscheiden, ob es zu einer Anklage kommt.

Bekannt ist, dass in fünf Ländern - Peru, Russland, Oman, Kongo-Kinshasa und einem weiteren afrikanischen Land - Mitarbeiter des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), sich offenbar korrumpieren liessen. Die Untersuchungen sind noch im Gange.

(rp/sda)

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