Vogue-Cover zeigt erstmals Afroamerikaner
publiziert: Samstag, 19. Apr 2008 / 11:41 Uhr

New York - Das Modemagazin Vogue hat mit seiner aktuellen April-Ausgabe eine heisse Debatte über Rassismus in den Medien ausgelöst.

LeBron James und Gisèle Bündchen auf dem Vogue-Cover.
LeBron James und Gisèle Bündchen auf dem Vogue-Cover.
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In der 116-jährigen Geschichte des Blatts wird das Titelbild der US-amerikanischen Ausgabe zum ersten Mal von einem Afroamerikaner geschmückt. Aufgrund der Darstellung von Basketball-Profi LeBron James gemeinsam mit Top-Model Gisèle Bündchen muss Vogue aber gleich massive Kritik einstecken.

Medien und Experten werfen dem Magazin vor, rassistische Motive zu verfolgen. «Wenn ein Cover die Menschen an King Kong erinnert und diese Stereotype betont - schwarzer Mann will weisse Frau -, so ist es nicht harmlos», kritisiert Samir Husni, Analyst der US-amerikanischen Magazin-Industrie, in einem Bericht des Telegraph. Dem Experten zufolge sei das Bild bewusst provokativ gestaltet.

Rassistisches Motiv?

Diskriminierung in den Medien stellt ein heikles Problem dar, da sich gerade diese der Aufklärung verpflichtet fühlen müssten. «Mittlerweile haben sich Frauen ihre Rechte innerhalb der Gesellschaft erkämpft und ihre Darstellung ist ein sehr sensibles Thema», erklärt Volker Nickel, Sprecher des Deutschen Werberats.

«Das Cover zeigt die offensichtliche und unerhörte Verwertung eines alten rassistischen Motivs: Die mögliche Vergewaltigung einer weissen Frau durch einen physisch übermächtigen schwarzen Mann», meint John Hoberman, Professor an der Universität von Texas.

«Absichtlich genutzt»

Das Klischee vom gefährlichen schwarzen Mann werde von der Vogue-Chefredakteurin Anna Wintour absichtlich genutzt, um die Auflage zu erhöhen. Zugleich ruft das von Annie Leibovitz geschossene Foto vor dem Hintergrund des US-Präsidentschaftswahlkampfes politische Zusammenhänge ins Gedächtnis. Die Ausgabe widme sich Körperformen, weshalb das Magazin auf ein interessantes Paar zurückgegriffen hat, entgegnen die Herausgeber.

«Keiner verdeutlicht die Formunterschiede so gut wie ein Sportler und ein Model», so Patrick O'Connell, Pressesprecher bei Vogue. Dennoch war es der Verlag selbst, der bereits vor Erscheinen der April-Ausgabe das Interesse gehörig anheizte und darauf hinwies, dass erstmalig ein «schwarzer Mann» das Titelbild der Vogue zieren würde.

(ht/pte)

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