Vorwürfe gegen Papst erhärten sich

publiziert: Donnerstag, 25. Mrz 2010 / 22:43 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 25. Mrz 2010 / 23:34 Uhr

St. Francis - Ein mutmassliches Missbrauchsopfer aus den USA hat die gegen Papst Benedikt XVI. vorgebrachten Vorwürfe, er habe nichts gegen einen pädophilen Geistlichen unternommen, bestätigt. «Der Papst hat davon gewusst», sagte Arthur Budzinski vor der Erzdiözese von Milwaukee.

Hat Papst Benedikt XVI. tatsächlich von den Missbräuchen gewusst und nichts dagegen gemacht? (Archivbild)
Hat Papst Benedikt XVI. tatsächlich von den Missbräuchen gewusst und nichts dagegen gemacht? (Archivbild)
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«Er muss zur Rechenschaft gezogen werden», fügte der heute 62-Jährige an. Er besuchte als Kind eine Schule für gehörlose Kinder im US-Bundesstaat Wisconsin, in der der Priester Lawrence Murphy laut «New York Times» von 1950 bis 1974 gearbeitet und mutmasslich bis zu 200 gehörlose Jungen missbraucht hat.

Murphy sei nachts in den Schlafsaal gekommen, habe einige Jungen mit in einen Schrank genommen und sie sexuell belästigt, sagte Budzinski in Gebärdensprache, die seine Tochter für Journalisten übersetzte. Er selbst habe sich 1974 unter anderem dem Erzbischof von Milwaukee, William Cousins, anvertraut. Dieser habe ihn jedoch angeschrien. Er sei daraufhin «weinend» davongelaufen.

Über die Missbrauchsvorwürfe wurde Kardinal Joseph Ratzinger, der heutige Papst, nach einem Bericht der «New York Times» Ende der 1990er Jahre als Präfekt der Glaubenskongregation vom damaligen Erzbischof von Milwaukee informiert. Er habe jedoch nicht reagiert.

Eine kircheninterne Untersuchung sei eingestellt worden, nachdem der betroffene Priester Ratzinger in einem Brief darum gebeten habe, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Kirchenakten. Murphy verstarb 1998, ohne dass er je seines Kirchenamtes enthoben wurde.

(bert/sda)

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Papst Benedikt XVI.
Keine Konsequenzen
Wer glaubt etwas grosses sei nun im Gange und es würde grundlegende Veränderungen beim Vatikan geben liegt daneben.
Eine Revolution des katholischen Fussvolkes wird ausbleiben, ein paar weitere Austritte aus der Kirche wird dort auch nicht wahrgenommen.
Den Vatikanstaat darf man sicher mit Staaten wie Nordkorea, Kuba oder Iran vergleichen. Da wird auch viel totgeschwiegen, Kritik abgeschmettert, Doppelmoral betrieben usw.
Ja, da muss ich Ihnen schon zustimmen, victor!
Sie sagen "Pfui Teufel! ", eben, ich auch!

Auch hier bin davon überzeugt, dass DIESER Kirche etwas passiert, das im weltlichen Bereich z.B. mit dem UBS-Debakel ... vergleichbar ist! Denn, ich meine, wer aus lauter Arroganz und Dummheit auf Wolke sieben schwebt und unfähig geworden ist frei zu urteilen, dessen Umgebung wird auch davon beeinflusst, dass man etwas Besonderes ist und man sich AUCH Besonderes erlauben kann ...

Die Strafe wird hart ausfallen, denke ich ...
Ein Staat im Staat?
Es darf doch nicht sein, dass sich eine Religion als 'Staat im Staat' gibt, sich somit selbst verwaltet, und sich über geltende Rechtsordnungen hinweg setzt.

Wo bleibt der Respekt gegenüber anderer Menschen, die sich ihnen anvertrauen, oder ihnen - vielleicht auch gegen ihren Willen - anvertraut wurden?

Dass sexuelle Übergriffe stattfinden zeugt von der verlogenen Mentalität dieser in Feudalismus mit realitätsfremden Mentalitäten lebenden, angeblich göttlichen Menschen.

Pfui Teufel!


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