WM-Tickets von England und Serbien liegen bereit

publiziert: Mittwoch, 9. Sep 2009 / 09:52 Uhr

Fünf europäische Mannschaften könnten sich heute Mittwoch vorzeitig das WM-Ticket sichern. Portugal kämpft derweil in Ungarn um seine letzte Chance.

Fabian Capello hat Ruhe nach England gebracht.
Fabian Capello hat Ruhe nach England gebracht.
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Die besten Ausgangslagen haben England und Serbien. Das noch ungeschlagene Team von Fabio Capello, das die Europameisterschaft 2008 verpasst hatte, ist mit einem Sieg im Spitzenspiel der Gruppe 6 gegen Kroatien nicht mehr einzuholen.

Auch die Serben, Leader der Gruppe 7, können mit einem Heimerfolg gegen Frankreich die Reise nach Südafrika buchen. Dänemark, Spanien und die Slowakei sind für eine vorzeitige Qualifikation auf Schützenhilfe angewiesen.

Ungewohnte Ruhe in England

In England ist es verhältnismässig ruhig um das Nationalteam. Die beste Qualifikationskampagne seit über 40 Jahren ist ein Fluch für die Boulevardpresse. Selbst das heutige Spiel gegen Kroatien schlägt keine allzu grossen Wellen.

Mit sieben Verlustpunkten Vorsprung auf die Osteuropäer lässt sich dem Spitzenkampf gelassen entgegen sehen. Kein Vergleich zur Lage von vor zwei Jahren, als das von Steve McClaren trainierte England die Qualifikation für die EURO 2008 durch ein 2:3 gegen eben dieses Kroatien verpasste (Siegtorschütze damals war Petric).

Bilic weiss, was England fehlt

Ist unter Capello nun alles besser? Nicht, wenn man Kroatiens Coach Slaven Bilic glaubt. Der ehemalige Verteidiger sorgte mit einer enigmatischen Aussage für ein wenig Würze vor dem Duell im Wembley: «England fehlt etwas, dieses typisch Englische», meinte Bilic: «Wir wissen, was es ist. Doch natürlich werde ich nicht sagen, was es ist. Das ist unser Geheimnis.»

Trotz dieses Wissens glaubt Bilic nicht mehr wirklich an die direkte Qualifikation: «Ein Unentschieden ist vielleicht ein gutes Resultat für uns.» Die drittplatzierte Ukraine ist nach Verlustpunkten gleichauf mit Kroatien.

Domenech in Gefahr

Auch Frankreich kann sich nur noch geringe Chancen auf die direkte Qualifikation machen. Selbst wenn die Franzosen heute Spitzenreiter Serbien schlagen, bleiben sie einen Punkt hinter dem Team von Radomir Antic. Die Sportzeitung «L´Equipe» titelte nach dem 1:1 gegen Rumänien «Barrage in Sicht».

Dennoch ist das Gastspiel im ausverkauften Belgrader Marakana-Stadion von Bedeutung. Erstens, weil der zweite Platz noch nicht gesichert ist, zweitens, weil Trainer Raymond Domenech mit dem wenigen Kredit, den er noch besitzt, sehr sparsam umgehen muss.

Kritik von allen Seiten

Domenech, der seit Monaten vor jedem Heimspiel mit Pfiffen eingedeckt wird, musste sich übers Wochenende einiges anhören. Captain Thierry Henry soll ihm intern vorgeworfen haben, kein Konzept zu haben und die Trainings langweilig zu gestalten. Ehemalige Internationale vermissen einen Stil und eine Organisation oder fordern wie Christoph Dugarry sogar die sofortige Absetzung des Ungeliebten.

Bislang stellt sich der Verband hinter Domenech, doch ein enttäuschender Auftritt in Belgrad könnte durchaus zu einem Trainerwechsel führen. Gérard Houllier, bereits Anfang der 90er-Jahre (erfolgsloser) Sélectionneur, soll bereitstehen.

Portugal im Mathefieber

In einer noch unangenehmeren Lage als Domenech befindet sich Portugals Coach Carlos Queiroz. Die heimische Presse errechnete schon mal, dass die Entlassung des 56-jährigen Trainers sechs Millionen Euro kosten würde.

Taschenrechner und Konjunktive stehen derzeit im Land des WM-Halbfinalisten von 2006 und EM-Finalisten 2004 ohnehin hoch im Kurs. Das Eruieren der portugiesischen Qualifikationschancen war in den letzten Tagen die grosse Herausforderung.

Die Zeitung «Record» beschrieb die Chancen der Seleçao wie folgt: «Es reicht, wenn Portugal die restlichen drei Spiele gewinnt und Schweden eine Partie verliert. Um bei der WM dabeizusein? Nein, um die Möglichkeit zu haben, dabeizusein, vielleicht...» Denn selbst wenn Portugal noch auf Platz zwei vorrückt, könnte es als schlechtester Gruppenzweiter ausscheiden. Nur die acht besten Gruppenzweiten schaffen es in die Barrage.

Probleme mit dem Toreschiessen

Wie konnte Portugal, das in den EM-Gruppenspielen im letzten Jahr noch brilliert hatte, in diese Lage geraten? Begonnen hat die portugiesische Talfahrt am 10. Oktober 2008. Damals führten Ronaldo und Co. daheim gegen Dänemark bis in die 88. Minute 2:1 und verloren dann noch 2:3. In den fünf folgenden Partien schossen sie dann gerademal drei Tore, davon zwei gegen Albanien.

Es ist das altbekannte portugiesische Problem mit dem Toreschiessen. Die Goalgetter fehlen, und Cristiano Ronaldo trifft auch nicht. Zudem soll es Queiroz, der nach dem Europameisterschaft die Nachfolge von Luiz Felipe Scolari übernommen hat, an Autoriät und Visionen mangeln, heisst es in der Heimat.

(fest/Si)

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