Waffenstillstandsvertrag zwischen Kriegsparteien im Sudan
publiziert: Dienstag, 15. Okt 2002 / 17:30 Uhr

Machakos - Die Konfliktparteien des Bürgerkriegslands Sudan haben in der kenianischen Stadt Machakos einem Waffenstillstandsvertrag zugestimmt. Dies bestätigten Vermittler der regionalen Entwicklungsbehörde IGAD in Machakos.

Mit einem Tag Verzögerung unterzeichneten Vertreter der Zentralregierung von Khartum und der Rebellen der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA) das landesweit geltende Abkommen. Es ist das erste Mal, dass wir die Beilegung der Feindseligkeiten besiegelt haben, erklärte SPLA-Sprecher Samson Kwaje in Machakos.

Beide Parteien hätten unterschrieben, so dass die Friedensgespräche fortgesetzt werden können. Die Konfliktgegner des vor 19 Jahren begonnenen Bürgerkriegs hatten die Verhandlungen am Vortag nach mehrwöchiger Unterbrechung wieder aufgenommen. Die bereits für Montag geplante Unterzeichnung des Abkommens hatte sich verzögert.

Khartum hatte darauf gedrungen, den Waffenstillstand nur auf den Süden des Landes zu begrenzen und nicht, wie ursprünglich geplant, auf den gesamten Staat anzuwenden. Die SPLA bestand jedoch auf dem ursprünglichen Entwurf des Abkommens.

Im Juli hatten sich beide Parteien auf ein Teilabkommen geeinigt, das dem Süden Religionsfreiheit und ein Referendum über die Autonomie zusagt.

Khartum brach die im vergangenen Jahr angelaufenen Friedensverhandlungen jedoch Anfang September ab, nachdem die Rebellen die strategisch wichtige Stadt Torit erobert hatten. In der Zwischenzeit nahmen die Kämpfe im Süden des Landes erneut zu.

Im Sudan kämpft seit 1983 der moslemische Norden gegen den christlich-animistischen Süden. Rund zwei Millionen Menschen kamen dabei bislang ums Leben. In dem Krieg geht es neben der Autonomie für den Süden vor allem um die Verteilung der Öleinnahmen. Die Quellen liegen im Südsudan, werden jedoch von Khartum kontrolliert.

(fg/sda)

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