Wahlen 2003 - CVP-Generalsekretär im Gespräch mit news.ch

publiziert: Sonntag, 19. Okt 2003 / 21:08 Uhr / aktualisiert: Montag, 20. Okt 2003 / 11:46 Uhr

Zürich - Der CVP-Generalsekretär Reto Nause beschrieb die Stimmung im CVP-Lager nach der sich abzeichnenden Wahlschlappe als sehr gedrückt. Die SVP-Forderungen nach einem weiteren Bundesrat und das Blocher-Ultimatum deutet er als erster Hinweis darauf, dass sich das politische Klima in Zukunft merklich abkühlen wird.

Reto Nause: "Wir müssen uns in den kommenden vier Jahren warm anziehen." (Archiv)
Reto Nause: "Wir müssen uns in den kommenden vier Jahren warm anziehen." (Archiv)
3 Meldungen im Zusammenhang
Wo befinden Sie sich derzeit Herr Nause?

Im bin im SRG Fernseh-Studio in Zürich. Die Stimmung ist sehr gedrückt, seit der letzten Hochrechnung müssen wir damit rechnen, dass wir gleich acht Nationalrats-Sitze verlieren. Das ist natürlich sehr enttäuschend.

Im Vorfeld war viel von Spass-Wahlkampf die Rede, nach Spass wird es ihnen derzeit nicht sein?

Wenn man die Resultate betrachtet, die nun definitiv feststehen, dann muss ich sagen: Wir hatten auch viel Pech. Grundsätzlich ist es so, dass wir in Kantonen mit traditionell hohen CVP-Anteilen Stimmen verloren haben, dort wo die Entscheidungen sehr sehr knapp waren. Im Kanton Aargau beispielsweise waren es lediglich einige wenige hundert Stimmen, die den Ausschlag gegen uns gegeben haben.

Wo sehen sie die Erklärungsmuster für die Niederlage?

Wir müssen leider feststellen, dass es innerhalb der bürgerlichen Wählerschaft einen Rutsch nach Rechts gibt. Der ist nun mal nicht zu leugnen. Warum, das ist einfach zu erklären: Die SVP fährt eine Politik, in der sie sich aus der Verantwortung für die missliche Wirtschaftslage zieht und viele Stimmbürger und -bürgerinnen davon überzeugt, dass alle anderen Parteien an der Misere Schuld sind.

Betrachten wir doch einmal das Welschland: Im Kanton Neuenburg ging die SVP von 0 Prozent auf über 27 Prozent rauf: Das ist doch eine reine Protestwahl.

Bevor die Wahlen überhaupt zu Ende sind, fordert die SVP einen weiteren Bundesrat. Können sie diesen frühen Vorstoss kommentieren?

Ich habe am meisten Mühe mit der Art und Weise wie diese Forderung vorgetragen wurde. Wir haben schon bevor die Wahlen zu Ende sind, erfahren, wie die Gangart der SVP in den kommenden vier Jahren aussehen wird. Die Art und Weise wie wir als Parteien politisieren wird sich verändern, dies hat die SVP heute deutlich gemacht. Wir werden uns in Zukunft warm anziehen müssen.

Was halten Sie konkret von der Forderung: Blocher in den Bundesrat?

Ich stelle ein grosses Fragezeichen dahinter, ob das Volk einen zweiten Bundesrat der SVP will. Die Umfragen vor den Wahlen haben zwar gezeigt, dass die SVP an Wählerstimmen gewonnen hat. Dieselben Umfragen haben aber auch gezeigt, dass das Volk die Zauberformel nicht anfassen will. Vom Ultimatum "Christoph Blocher oder Rücktritt aus dem Bundesrat" halte ich wenig.

(bsk, news.ch/news.ch)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Wahlen 2003 Zürich – SP-Generalsekretär Reto Gamma zeigt sich in einer ersten ... mehr lesen
Reto Gamma, SP-Generalsekretär.
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 11°C 17°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft trüb und nass
Basel 12°C 17°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen trüb und nass
St. Gallen 9°C 16°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen anhaltender Regen
Bern 10°C 17°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen trüb und nass
Luzern 11°C 17°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft anhaltender Regen
Genf 12°C 21°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
Lugano 15°C 22°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft wechselnd bewölkt, Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten