Wahlkampf bis zuletzt

publiziert: Samstag, 17. Sep 2005 / 18:59 Uhr / aktualisiert: Samstag, 17. Sep 2005 / 19:32 Uhr

Berlin - Spitzenpolitiker der deutschen Parteien haben bis wenige Stunden vor der Öffnung der Wahllokale zur Bundestagswahl von morgen versucht, die Wähler noch auf ihre Seite zu ziehen.

Gerhard Schröder forderte die Anhänger seiner Partei zur Mobilisierung aller Kräfte auf.
Gerhard Schröder forderte die Anhänger seiner Partei zur Mobilisierung aller Kräfte auf.
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Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) forderte die Anhänger seiner Partei zur Mobilisierung aller Kräfte auf. «Denken Sie daran, morgen am Wahltag Oma und Opa mitzunehmen, aber nur wenn die SPD wählen», rief er vor rund 10 000 Menschen in Recklinghausen.

Erneut warf er der Union vor, den Sozialstaat abbauen zu wollen. «Wir müssen eine Gesellschaft erhalten, die Fairness gegenüber künftigen Generationen erhält», sagte Schröder.

Verunsicherung der Wähler

Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel machte der SPD den Vorwurf, die Wähler mit Angstparolen und Verleumdungen zu verunsichern.

Merkel sagte vor rund 5000 Zuhörern in Bonn, sie trete an, die soziale Marktwirtschaft zu erhalten. Einer grossen Koalition mit der SPD erteilte sie einen Tag vor der Wahl erneut eine klare Absage.

Keine gesicherte Mehrheit

Wegen des erwarteten knappen Rennens hatten die Parteien den Wahlkampf nicht wie üblich am Freitagabend beendet. Umfragen kurz vor der Wahl ergaben keine gesicherte Mehrheit für das von der Union gewünschte Regierungsbündnis mit der FDP.

Für Unsicherheit sorgt nach Ansicht der Meinungsforscher, dass noch etwa zehn Millionen von rund 62 Millionen Wahlberechtigten nicht wussten, ob und wen sie wählen sollten.

Auch Grünen-Spitzenkandidat Joschka Fischer und Linkspartei-Vormann Gregor Gysi werben bis zuletzt um Stimmen. FDP-Chef Guido Westerwelle will seine Wahlkampfrede in Köln erst kurz nach Mitternacht und damit erst am Wahltag beenden.

(bert/sda)

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