Waldbrand von Leuk VS: Puzzle-Teile fügen sich zusammen

publiziert: Donnerstag, 16. Okt 2003 / 11:49 Uhr

Sitten - Zwei Monate nach dem Brand von Leuk VS, der 310 Hektaren Wald zerstört hat, laufen die Ermittlungen noch immer auf Hochtouren. Das Puzzle fügt sich langsam zusammen, ein klares Bild wird sich aber erst in ein paar Wochen ergeben.

Zu sehr wollen sich die Fahnder nicht in die Karten blicken lassen, Brandstiftung wird aber weiterhin nicht ausgeschlossen.
Zu sehr wollen sich die Fahnder nicht in die Karten blicken lassen, Brandstiftung wird aber weiterhin nicht ausgeschlossen.
Das Feuer in Leuk brach am Abend des 13. August aus. Am darauffolgenden Morgen standen bereits die Spezialisten des Kriminaltechnischen Dienstes der Walliser Kantonspolizei auf dem Brandplatz.

"Der erste Kontakt mit dem Terrain ist eine wesentliche Etappe in der Untersuchung. Er muss so schnell wie möglich passieren, um keine Indizien zu verlieren", erklärt Joëlle Jacquement, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Kantonspolizei. In Leuk war dies erst nach dem Einsatz von Feuerwehr und Löschhelikoptern möglich.

Der wegen seiner Ausdehnung als "aussergewöhnlich" geltende Waldbrand war aber gut von der Ebene aus sichtbar. "Das erlaubte uns, den Ausgangsbereich des Feuers recht präzise zu bestimmen", sagt Inspektor Romeo Ambühl. Die Spurensuche konnte deshalb auf diesen Sektor konzentriert werden.

Geduldsarbeit

Die Fahndung nach der Ursache läuft bei jedem Brand nach dem gleichen Schema ab. Während die Beamten der Kriminalpolizei die ersten Zeugenbefragungen durchführen, halten die Kriminaltechniker den Tatort mit Fotos und Planskizzen fest und sichern erste Spuren, die der Untersuchung dienen können.

Diese Element können verschiedenster Natur sein: Elektromaterial oder nicht entzündliche Teile, die eine Öffnung aufweisen, können auf eine menschliche Einwirkung hinweisen. Die Fahnder stellen mehrere Hypothesen auf, die es zu verifizieren gilt. "Wir kommen durch Aussondern voran", unterstreicht Jacquemet.

Die Fahnder werten alle gesammelten Daten aus. Dabei kommen nebst optischen und mikroskopischen Prüfungen auch thermische und chemische Analysen zum Einsatz. Der kriminaltechnische Dienst leistet eine wichtige Grundlagenarbeit. Zum Gesamtbild tragen aber alle Beteiligten Puzzle-Teile bei.

Puzzle-Teile sind da

Ein wichtiger Schritt in der Fahndungsarbeit ist etwa die Konfrontation von Zeugenaussagen mit den gesammelten Indizien. Rund zwei Monate "sind die Puzzle-Teile da, man muss sie nun zusammenfügen", sagt Romeo Ambühl. Dies werde noch einige Wochen dauern.

Joëlle Jacquemet zeigt sich optimistisch: Im Wallis würden 90 bis 95 % der Brandfälle aufgeklärt. Sollte sich herausstellen, dass das Feuer kriminellen Ursprungs sei, heisse dies noch lange nicht, dass die Brandstifter gefasst werden könnten.

Die Fahnder lassen sich nicht in die Karten blicken. Die Untersuchung unterliegt der grössten Geheimhaltung. "Die Untersuchung ist im Gang, und eine Brandstiftung wird nicht ausgeschlossen", ist alles, was Martin Lauber, Chefinspektor der Oberwalliser Kriminalpolizei verlauten lässt.

Millionenschäden

Der Leuker Brand ist einer der grössten Waldbrände in der Schweiz seit einem Jahrhundert. Rund 260 Personen mussten vorübergehend evakuiert werden. Mehr als 200 000 Bäume wurden ein Raub der Flammen.

Die Kosten für die Löscharbeiten belaufen sich auf gegen 2 Mio. Franken. Dazu kommen 5 Mio. Franken, die für Instandstellungsarbeiten und den Bau von Schutzanlagen veranschlagt sind.

(Danièle Bovier/sda)

 
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