Warme Flüsse zwingen KKWs zu Reduktion

publiziert: Sonntag, 31. Jul 2005 / 19:11 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 31. Jul 2005 / 21:47 Uhr

Basel - Die beiden an der Aare gelegenen Kernkraftwerke Beznau und Mühleberg haben auch diesen Sommer ihre Stromproduktion wegen der Sommerhitze gedrosselt.

Für die Einen ein Segen, für die Kraftwerke mühsam - die warme Aare.
Für die Einen ein Segen, für die Kraftwerke mühsam - die warme Aare.
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Wie schon im Hitzesommer 2003 ist die Wassertemperatur der Aare zu stark angestiegen.

Das KKW Mühleberg habe seine Leistung in einigen Tagen im Juni, wie auch in der laufenden Woche am Mittwoch und Donnerstag reduziert, sagte ein Sprecher des KKW Mühleberg gegenüber der sda.

In Beznau musste die Leistung dieses Jahr am 27. und am 28. Juni zurückgefahren werden, hiess es bei der Axpo auf Anfrage.

Das KKW Mühleberg muss seine Leistung reduzieren, sobald das Wasser der Aare eine Temparatur von 18 Grad erreicht, um den Fluss nicht noch weiter aufzuwärmen.

Am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche wurde die Stromproduktion um 15 Prozent gedrosselt. Die Temperatur des Flusses betrug 20 Grad.

Höhere Durchschnittstemperatur

Gemäss der Abteilung Landeshydrologie im Bundesamt für Wasser und Geologie (BWG) haben sich Aare und Rhein in den letzten Jahrzehnten erwärmt.

Die Temperaturerhöhung habe sich seit den 80er Jahren beschleunigt. So hat die jährliche Durchschnittstemperatur des Rheins in Basel seit 1960 um rund drei Grad zugenommen.

Seit 1988 liegt der jährliche Durchschnitt unabhängig von der Wassermenge jedes Jahr über 12 Grad und damit klar über dem Mittel des Jahrzehntes davor. 2003 lag die Durchschnittstemperatur sogar deutlich über 13 Grad.

Auch bei der Aare lässt sich die Erwärmung klar feststellen. So ist die durchschnittliche Temperatur des Aarewassers in Bern seit 1980 um mehr als ein Grad gestiegen.

Regelmässige Hitze

Das zur Kühlung der Kernkraftwerke verwendete Wasser darf gemäss den gesetzlichen Vorschriften nicht wärmer sein als 32 Grad, bevor es in die Aare abgegeben wird.

Regelmässige Hitzeperioden wie im Sommer 2003 könnten für die KKW deshalb zu einem Problem werden, meint man im BWG.

Dennoch sei allerdings wenig wahrscheinlich, dass die Situation kritisch werden, meint man beim Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL). Denn regelmässig auftretende Hizeperioden seien erst ab dem Jahr 2080 zu erwarten.

Bald schon Stilllegung

Bis dahin dürften die beiden mit Flusswasser gekühlten Schweizer Kernkraftwerke längst stillgelegt sein. Das KKW Mühleberg war 1972 angelaufen und hat eine Betriebsbewilligung bis 2012.

Die beiden 1969 und 1971 in Betrieb genommenen Reaktoren in Beznau verfügen über unbefristete Betriebsbewilligungen und sollen mindestens bis 2018 laufen.

Die Bernischen Kraftwerke haben Anfang 2005 eine unbefristete Betriebsbewilligung für Mühleberg verlangt.

Die beiden anderen Schweizer Kernkraftwerke Gösgen und Leibstadt haben Kühltürme und sind deshalb nicht von der Wassertemperatur abhängig.

(Fabrice Moeckli, sda)

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