Warten auf Cancun? Die Antwort liegt in Bern!

publiziert: Montag, 6. Dez 2010 / 08:34 Uhr
Gabi Hildesheimer ist Geschäftsführerin von Öbu, dem Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften.
Gabi Hildesheimer ist Geschäftsführerin von Öbu, dem Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften.

Sind Unternehmen angewiesen auf griffige Regeln in der internationalen Klimapolitik? Sind klare Spielregeln wichtig, damit die Unternehmen ihre Innovations-Muskeln spielen lassen können? Entscheidet also ein positiver Ausgang der Cancun-Verhandlungen – wie auch immer dieser definiert sei – über das Engagement der Schweizer Unternehmen in Sachen nachhaltiges Wirtschaften?

1 Meldung im Zusammenhang
Weiterführende Links zur Meldung:

Blogbeitrag
von Gabi Hildesheimer am 19.12.2010
www.klimablog.ethz.ch

Vor einem Jahr habe ich an dieser Stelle einen Beitrag geschrieben über die Erwartungen von Schweizer Unternehmen an die Klimakonferenz in Kopenhagen. Ich forderte «liebe COP, trau Dich!». Statt einen «grossen Wurf zu verabschieden», wurde dann ein «kleiner Accord zur Kenntnis genommen».

Wie Regeln wirken

Politische Rahmenbedingungen definieren in einem erheblichen Grad den Markt. Eine stringente Klimapolitik bestimmt mit über die Konkurrenzfähigkeit von Produkten mit kleinem ökologischem Rucksack, wie zum Beispiel Ferien am Thunersee statt Reisen nach Thailand. Eine stringente Klimapolitik unterstützt die Nachfrage nach innovativen Dienstleistungen wie Videokonferenzen, die so lebensecht wirken, dass man schnell vergisst, dass man nicht wirklich am gleichen Tisch sitzt. Sie entscheidet mit über die Rentabilität von Massnahmen am Gebäude, bei erneuerbaren Energien, beim Transport.

Lohnt es sich (schon), in effiziente Technologien zu investieren, oder bleibt zukunftsgerichtetes Handeln eine Insel der Wohlhabenden und Überzeugten? Ein «grosser Wurf» der Klimapolitik könnte umweltgerechtes Handeln aus der Nische herausholen und zum Normalfall machen.

Cancun ist weit, aber Bern ist nahe!

Schweizer Unternehmen leiden unter einem Entscheidungsvakuum. Die Ursache liegt aber weniger in Kopenhagen bzw. Cancun als in Bern: Die geltenden Regelungen des CO₂-Gesetzes laufen in einem Jahr aus und keiner weiss so genau, was dann kommt. Diese Rechtsunsicherheit verhindert nicht nur die kontinuierliche Entwicklung des Markts. Sie ist auch verantwortlich für Fehlinvestitionen oder Planungsverzögerungen: Was heute rentabel ist, kann unter anderen Rahmenbedingungen erhebliche Mehrkosten verursachen. Insbesondere bei langlebigen Anlagen birgt jeder Investitionsentscheid hohe Risiken. Klare Signale aus der Politik würden helfen!

«Cancun» und noch folgende internationale Klimaverhandlungen haben nur dann Erfolgschancen, wenn unterdessen die Länder nicht abwarten, sondern handeln – so gut wie das halt geht ohne gemeinsame internationale Basis. Die Länder selbst können nationale Ziele definieren, schnell alle «no regret»-Massnahmen umsetzen, ihre Verpflichtungen einhalten. Jetzt sind «bottom up»-Anstösse gefragt, damit die fehlende globale gemeinsame Politik nachgeliefert werden kann. Darum fordere ich heute: «Liebes Bern, trau Dich!»

(Gabi Hildesheimer /ETH-Zukunftsblog)

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Fakten und Meinungen zu Nachhaltigkeit

Der Zukunftsblog der ETH Zürich nimmt aktuelle Themen der Nachhaltigkeit auf. Er bietet eine Informations- und Meinungsplattform, auf der sich Expertinnen und Experten der ETH zu den Themenschwerpunkten Klimawandel, Energie, Zukunftsstädte, Welternährung und Natürliche Ressourcen äussern. Prominente Gäste aus Forschung, Politik und Gesellschaft tragen mit eigenen Beiträgen zur Diskussion bei.

Lesen Sie weitere Beiträge und diskutieren Sie mit auf: www.ethz.ch/zukunftsblog

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