Warum kooperiert Palm mit Microsoft?

publiziert: Montag, 3. Okt 2005 / 23:40 Uhr

Die Geschäftsführung hat die wichtigsten Trends verschlafen. So hat sich Palm auf Gedeih und Verderb an Microsoft gebunden.

Früher waren die Geräte von Palm top.
Früher waren die Geräte von Palm top.
4 Meldungen im Zusammenhang
«End of the Palm as we know it» titelte ein amerikanischer Blogger seinen Kommentar auf die Liaison der einstigen Rivalen bei den mobilen Betriebssystemen Palm und Microsoft.

Verliert der ehemalige Trendsetter Palm, der «Erfinder des PDA», durch seine Kooperation mit Microsoft seine Autonomie und reiht sich ein unter die vom übermächtigen Softwaregiganten Abhängigen? Wer macht bei der Kooperation das bessere Geschäft? Oder hatte das angeschlagene Unternehmen Palm einfach keine andere Wahl?

Nachdem vergangenen Montag das Branchengerücht, Palm werde Microsofts Windows Mobile lizensieren, mit der Vorstellung des Windows-Treo seine Bestätigung gefunden hatte, beeilten sich die Medien in Amerika, die Hintergründe des Deals aufzurollen.

Die Fäden wurden lange geknüpft

Wie sich jetzt herausstellt, wurden die Fäden für die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen schon im vergangenen Jahr geknüpft. Während Palm-Chef Ed Colligan auf dem 3GSM Weltkongress 2004 in Cannes noch die Vorzüge seines mobilen Betriebssystems Palm OS gegenüber Windows Mobile lobte, gab es wenige Strassenzüge vom Kongresszentrum entfernt in einem Hotel schon das der erste geheime Treffen von Palm- und Microsoft-Delegationen, enthüllte jetzt der IT-Informationsdienst ZDNet.

Die Analysen, warum sich Palm nun auf Microsoft einlässt, graben dann noch tiefer in der Vergangenheit, und lassen eine Serie von Management-Fehlentscheidungen Revue passieren, die Palm letztendlich in Microsofts Arme trieben.

Palm galt als Innovationsschmiede

Die Verbindung der beiden Unternehmen wäre vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen. Das vergleichsweise kleine Unternehmen Palm galt früher als Innovationsschmiede und hatte mit Klassikern wie dem Palm Pilot Massstäbe gesetzt. Palms Betriebssystem Palm OS war einstmals das führende Betriebssystem bei mobilen Geräten - Palm «war der Markt».

Im neuen Jahrtausend jedoch sollte Palm die wichtigsten Trends am Markt der mobilen Organisationsassistenten verschlafen. «Die Geschäftsführer waren zu langsam, das schnelle Zusammenwachsen von Mobiltelefonen und Personal Digital Assistents richtig einzuschätzen», kommentierte ein Analyst. Und ein zweiter Analyst bringt die Sache auf den Punkt: «Heute kauft niemand mehr traditionelle PDAs.»

Auf dem schnellen - und gnadenlosen - Markt sollte sich die «Langsamkeit» der Palm-Geschäftsführung bitter rächen. Auf dem rasant wachsenden Markt der Smartphones spielt bei den Betriebssystemen Palm OS mit einem Marktanteil von nur wenigen Prozentpunkten eine gänzliche untergeordnete Rolle - Symbian beherrscht hier das Feld. Die Softwaresparte wurde schon 2003 in das Unternehmen PalmSource ausgegliedet und schliesslich Anfang September 2005 an das japanische Softwarehaus Access verkauft.

Ablösung des PDAs durch das Smartphone

So wie das einst so innovative Unternehmen den Trend der Ablösung des PDAs durch das Smartphone nicht schnell genug mit Strategien zum eigenen Nutzen wenden konnte, sollte Palm auch den nächsten grossen Trend in Smartphone-Bereich verpassen. Der Hersteller Research in Motion (RIM) erkannte rechtzeitig den Bedarf an mobilen E-Mail-Lösungen und «erfand» den E-Mail-Push. Ein lukrativer Markt, den der kanadische Hersteller mit seinem Blackberry jetzt noch fast alleine für sich beansprucht.

Palm hat sich auf Gedeih und Verderb an Microsoft gebunden. Wie das Unternehmen versichert, wird Palm OS weiter unterstützt, aber die Unterstützung anderer mobiler Betriebssysteme wie Symbian oder Linux wird definitiv ausgeschlossen. Nach Ansicht von Analysten wird die Unterstützung von Windows Mobile und Palm OS ohnehin die nur beschränkten Entwicklerressourcen völlig beanspruchen.

Der neue Windows-Treo wird Anfang des nächsten Jahres nur auf dem US-amerikanischen Markt erscheinen, wo ihm allerdings gute Verkaufschancen eingeräumt werden. Das weitere Schicksal Palms hängt jedoch vermutlich nicht unerheblich daran, ob die für frühestens Mitte des nächsten Jahres angekündigte Expansion in weitere Märkte und die UMTS-Integration gelingen.

(Christian Horn/teltarif.ch)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Palm wird am kommenden Montag ... mehr lesen
Der Treo 700w galt als Windows-Office im Westentaschenformat.
Der realplayer ist das Medium für Musik-Streaming im Internet.
Redmond/Seattle - Microsoft hat das ... mehr lesen
Microsoft hat offiziell bestätigt, dass ... mehr lesen
Das Service Pack 3 soll nach dem Release des neuen Betriebssystems «Vista» veröffentlicht werden.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Jedes drahtlose Gerät und Produkt, das mit dem Internet verbunden werden kann, muss über Funktionen verfügen, die den Schutz von Personendaten gewährleisten.
Jedes drahtlose Gerät und Produkt, das mit ...
Vernetzte Geräte müssen die Privatsphäre ihrer Benutzerinnen und Benutzer besser schützen. Neue Bestimmungen in der Verordnung des BAKOM über Fernmeldeanlagen (VFAV) erhöhen die Cybersicherheit von bestimmten, auf dem Schweizer Markt erhältlichen, drahtlosen Geräten wie Smartphones, Smartwatches, Fitness-Trackern und drahtlosen Spielzeugen. Die Revision tritt am 1. September 2022 in Kraft. mehr lesen 
Ein Forscherteam der Carnegie Mellon University glaubt, den ersten KI-Piloten entwickelt zu haben, der es autonomen Flugzeugen ermöglicht, in einem überfüllten Luftraum zu navigieren. mehr lesen
Das Team testete die KI an zwei Flugsimulatoren: einer wurde von der KI gesteuert, der andere von einem Menschen - beide operierten im selben Luftraum.
Gemeinsam, nicht einsam.
Publinews Einsamkeit ist keine Frage des Alters. Ohne soziale Kontakte kann das Leben zur Herausforderung werden, da der Mensch im Grunde ... mehr lesen  
Moderne Fahrzeuge haben eine Vielzahl von elektronischen Systemen, die miteinander vernetzt sind. Da diese Systeme durch Cyberangriffe gefährdet sind, hat das Fraunhofer IPMS einen CANsec IP-Core entwickelt, der Fahrzeugsysteme sicherer macht. mehr lesen  
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.news.ch/ajax/top5.aspx?ID=861&col=COL_2_1
Zukunftsvision: Drohnenschwärme könnten auch im Weltraum zum Einsatz kommen, etwa bei einer künftigen Mars-Mission.
eGadgets Ein Drohnenschwarm für Bauarbeiten und Reparaturen Ein internationales Forschungsteam um den ...
Domain Namen registrieren
Domain Name Registration
Zur Domain Registration erhalten Sie: Weiterleitung auf bestehende Website, E-Mail Weiterleitung, Online Administration, freundlichen Support per Telefon oder E-Mail ...
Domainsuche starten:


 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 7°C 14°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Basel 7°C 15°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 6°C 12°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt, Regen
Bern 6°C 13°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Luzern 8°C 13°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Genf 6°C 15°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Lugano 12°C 18°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten