Ein unfairer Wettbewerb?

Widerstand gegen günstige Taxifahrten per App

publiziert: Mittwoch, 11. Jun 2014 / 12:47 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 11. Jun 2014 / 18:26 Uhr
Taxifahrten - jeder sucht sich das billigste und schnellste aus. (Symbolbild)
Taxifahrten - jeder sucht sich das billigste und schnellste aus. (Symbolbild)

Zürich - Der amerikanische Limousinendienst Uber mischt das Taxigewerbe auf. In mehreren europäischen Städten protestieren am Mittwoch tausende von Taxifahrern gegen den Taxi-App-Dienst. In Zürich beteiligen sich die Taxifahrer nicht an der Aktion.

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Uber in Zürich
Infoseite und Aktionsradius von Uber in der Region Zürich
uber.com/cities/zurich

Das Startup-Unternehmen Uber aus San Francisco bietet seit 2009 einen Limousinen-Dienst an. Über eine App können sich Kunden über Smartphone statt über Handzeichen einen Fahrer bestellen, der sie gegen Bezahlung mit Kreditkarte transportiert.

Die europäischen Taxifahrer sehen ihr Geschäft von Anbietern bedroht, die über Handy-Apps Fahrer vermitteln. Aus ihrer Sicht gibt es einen unfairen Wettbewerb, weil für den neuen Rivalen aus dem Internet die strikten Regeln des Taxigewerbes ausgehebelt seien.

Proteste auf der ganzen Welt

Am Mittwoch sind in vielen europäischen Städten Proteste geplant. In London und Berlin wollen hunderte Taxifahrer langsam durch das Zentrum fahren. In Mailand und Madrid wird mit rund 5000 streikenden Fahrern gerechnet. In Paris wollen rund 3000 Fahrer die Flughäfen Orly und Charles de Gaulle blockieren. Proteste sind auch in Lissabon, Sao Paolo und Chicago geplant.

Uber ist inzwischen in 37 Ländern und über 120 Städten vertreten, in der Schweiz in Zürich und wohl bald auch in Genf. Der Onlinedienst sei im Moment noch kein grosses Problem, sagt Mehmet Usta, Präsident der Taxi Sektion Zürich. «Wir begrüssen die Protestaktion, nehmen aber nicht daran teil.»

Fehlende Kontrollen

Die Zürcher Taxifahrer kritisieren die Billigkonkurrenz, weil die meisten Fahrer von Uber Privatleute seien und nicht kontrolliert würden. Die Fahrer seien oft nicht für die Beförderung versichert, absolvierten keine regelmässigen Gesundheitschecks, ihre Ausbildung und der technische Zustand des Autos würden nicht geprüft, sagt Usta.

Uber preist seinen Dienst auf der eigenen Homepage als schnell und günstig an. Durch seine Apps würden Fahrer und Fahrgäste verbunden, das Angebot erweitert und Fahrern würden neue Geschäftsmodelle eröffnet. Die Fahrer würden streng überprüft, um sicher zu stellen, dass eine Versicherung bestehe und dass jeder Fahrer auch berechtigt sei, ein Fahrzeug zu führen.

Google-Investment

Wie in vielen anderen Branchen hat auch bei Uber der Internetkonzern Google über seinen Investmentarm Google Ventures seine Hand mit im Spiel. Google Ventures investierte 2013 über 250 Millionen in den amerikanischen Edel-Taxidienst Uber. Es scheint so, dass sich eine weitere traditionelle Branche auf grosse Umwälzungen durch einen US-Konzern gefasst machen muss.

(awe/sda)

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Keine Regeln
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Die Taxifahrer hingegen dürfen dies gemäss Reglement nicht und müssen immer hinten warten.
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