Wie kann man die Skeptiker-Argumente überprüfen?
publiziert: Dienstag, 25. Mai 2010 / 09:00 Uhr

Mit erfreulicher Intensität werden Kommentare zu den Beiträgen im ETH-Klimablog verfasst. Ein Schwerpunkt sind dabei - ganz ähnlich wie in anderen Medien in letzter Zeit - Beiträge von so genannten Skeptikern, welche die Grunderkenntnisse der Klimaforschung in Frage stellen.

Gastautor Prof. Klaus Ragaller war bis zu seiner Pensionierung Direktor bei ABB. Seither setzt er sich im Rahmen der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften SATW für den Wissenstransfer ein.
Gastautor Prof. Klaus Ragaller war bis zu seiner Pensionierung Direktor bei ABB. Seither setzt er sich im Rahmen der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften SATW für den Wissenstransfer ein.
Weiterführende Links zur Meldung:

Zitierter früherer Beitrag im ETH-Klimablog
Nationalrat gegen Klimaschutzinitiative - Voten aus der Debatte
klimablog.ethz.ch

The Discovery of Global Warming
Die Geschichte der Klimaforschung (ein Buch in entlischer Sprache).
aip.org

Wirkt das CO₂ wirklich aufheizend? Steigt die Temperatur wirklich an? Kann man den Modellen glauben? Und so weiter. Die Zweifel werden sogar meist mit Quellenangaben unterlegt. Die Verfasser vermitteln damit den Eindruck, die Forschung sei in diesen Grundfragen umstritten und vom IPCC werde parteiisch und einseitig informiert.

Kann sich der interessierte Laie zu diesen entgegengesetzten Positionen eine eigene Meinung bilden? Dazu möchte ich an dieser Stelle meine persönliche Meinung einbringen:

Überprüfung der Quellenangaben

Eine erste, naheliegende Möglichkeit ist die Überprüfung der Quellenangaben. Ein Zeitungs- oder Zeitschriftenartikel genügt als Beleg nicht. Es kommt vor, dass Redaktionen Einwände gegen die Klimaerwärmung schlecht oder gar nicht recherchieren.

Eine bevorzugte Quelle für Referenzen in den Kommentaren sind auch Blogs, die sich der Verbreitung der Skeptiker-Argumente widmen. Und von diesen Blogs gibt es eine unüberblickbare Vielzahl. Wie kann man deren Qualität überprüfen? Auch hier ist zu fragen: Auf welchen hieb- und stichfesten Quellen, auf welcher Messung oder Berechnung beruht das Argument? Viele «Skeptiker-Einwände» bestehen schon diese einfache Prüfung nicht. Meist wird auf andere Skeptiker-Blogs verwiesen oder es fehlen Quellenangaben.

Suche nach kompetenten Antworten auf die Einwände

Eine zweite Möglichkeit der Überprüfung ist die Suche nach einer kompetenten Beantwortung des Einwands. Wobei «kompetent» eben heisst, dass wissenschaftliche Arbeiten in bekannten Zeitschriften zitiert werden, die auf die Behauptung der Skeptiker eingehen. Solche Klärungen findet man auch als Laie schnell.

Geschichte der Klimaforschung

Eine dritte Möglichkeit, sich über die Grundfragen der Klimaforschung ein eigenes Urteil zu bilden - und das ist sogar spannend wie ein Krimi - ist schliesslich, sich mit der Geschichte der Klimaforschung zu befassen (z.B. Spencer R. Weart «The Discovery of Global Warming»).

Dabei stellt man mit Erstaunen fest, dass einige der heute diskutierten Fragen vor langer Zeit unter den Forscherinnen und Forschern diskutiert und seither eindeutig gelöst wurden. Ich finde, ein schönes Beispiel dazu hat Reto Knutti in einem Kommentar zum Beitrag «Nationalrat gegen Klimaschutzinitiative - Voten aus der Debatte» beigesteuert.

Weiter können wir feststellen, dass die Erarbeitung des heutigen Kenntnisstandes ein ständiges Weiterentwickeln verschiedener auch gegensätzlicher Hypothesen und deren Widerlegung oder Bestätigung war. Der von Skeptikern oft geäusserte Vorwurf, die Klimaforscher gingen nicht auf ihre Argumente ein, ist völlig absurd: Die Forschung hat immer die kritische Auseinandersetzung mit Gegnerargumenten praktiziert; diese Auseinandersetzung ist wesentlich für die Forschung.

Fairness beim Kommentieren

Ein Minimum an Fairness bekunden Kommentarschreibende, wenn sie die genannten Überprüfungen vornehmen, bevor sie einen Einwand nicht als Frage sondern als Behauptung anbringen.

Übrigens: Alle drei genannten Wege zur Überprüfung müssen von zukünftigen Forschern in einem jahrelangen und äusserst intensiven Studium begangen werden. Erst dann können diese hoffen, einmal mit eigenen Beiträgen zur Weiterentwicklung der Klimaforschung beizutragen.

(kbe/ETH-Zukunftsblog)

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Fakten und Meinungen zu Nachhaltigkeit

Der Zukunftsblog der ETH Zürich nimmt aktuelle Themen der Nachhaltigkeit auf. Er bietet eine Informations- und Meinungsplattform, auf der sich Expertinnen und Experten der ETH zu den Themenschwerpunkten Klimawandel, Energie, Zukunftsstädte, Welternährung und Natürliche Ressourcen äussern. Prominente Gäste aus Forschung, Politik und Gesellschaft tragen mit eigenen Beiträgen zur Diskussion bei.

Lesen Sie weitere Beiträge und diskutieren Sie mit auf: www.ethz.ch/zukunftsblog

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