Wieder eine ungewollte Schussabgabe
publiziert: Mittwoch, 17. Sep 2008 / 11:18 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 17. Sep 2008 / 13:49 Uhr

Bern - Am Mittwoch ist ein weiterer Fall einer ungewollten Schussabgabe während des Wachtdienstes mit durchgeladener Waffe bekannt geworden. Der Vorfall ereignete sich letzte Woche auf dem Schiessplatz von Glaubenberg OW.

Es handelt sich um den fünften Fall einer ungewollten Schussabgabe während des Wachtdienstes mit durchgeladener Waffe.
Es handelt sich um den fünften Fall einer ungewollten Schussabgabe während des Wachtdienstes mit durchgeladener Waffe.
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Silvia Schenker, Sprecherin der Militärjustiz, bestätigte am Mittwoch einen Bericht der Gratiszeitung «News». Zu den näheren Umständen der Schussabgabe machte sie wegen der laufenden Untersuchung keine Angaben. Sie versicherte indes, dass niemand verletzt wurde. Die Betroffenen würden allerdings auf allfällige Hörschäden untersucht.

Es handelt sich um den fünften Fall einer ungewollten Schussabgabe während des Wachtdienstes mit durchgeladener Waffe. Zudem fiel in Bern ein Schuss - allerdings aus einer unterladenen Waffe. Bisher wurde eine Person leicht verletzt.

Der erste Vorfall ereignete sich laut Schenker am 3. Juni in Erstfeld UR. Es folgten weitere Zwischenfälle am 26. Juni in Bure JU, am 9. Juli in Les Rochats VD, am 10. September in Glaubenberg OW und am 13. September wieder in Bure. Diese erneute Schussabgabe in Bure war bereits am Dienstag bekannt geworden. Beim Schuss vom Juni wurde ein Wehrmann leicht verletzt.

Wenn man eine Schussabgabe vom 24. August dazugezählt, als sich vor der Berner Einsatzzentrale der zum Botschaftsschutz abkommandierten WK-Soldaten aus einer unterladenen Waffe ebenfalls ein Schuss löste, sind diesen Sommer insgesamt sechs ungewollte Schussabgaben zu verzeichnen.

Bure handelt

In Bure ergriff Oberst Jean-Pierre Guélat, der Waffenplatzchef , Massnahmen zum Schutz seiner Wehrleute. Er erliess den Befehl, künftig nicht mehr mit durchgeladener Waffe auf Wache zu gehen, wie er am Mittwoch Berichte der Zeitungen «Quotidien jurassien» und «Tages-Anzeiger» bestätigte. Die Massnahme gelte bis auf weiteres.

Es sei zu gefährlich geworden, begründete der Kommandant seine Order. Die Vorfälle in Bure hätten Personen gefährden können.

Im jurassischen Kantonsparlament fand der zuständige Regierungsrat Charles Juillard lobende Worte. Der seit anfang Jahr geltende Wachbefehl sei ein «Unsinn», sagte er - als Privatperson, wie er unterstrich.

VBS sieht keinen Grund zu Änderungen

Das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) indes sieht keinen Grund, von seinem Wachbefehl abzurücken. Wie Sprecher Doninique Bugnon sagte, wird am vorgesehenen Überprüfungsfahrplan nichts geändert. Alle Vorfälle würden analysiert.

Seitens des Parlaments rechtfertigte Bruno Zuppiger (SVP/ZH), Präsident der nationalrätlichen Sicherheitskommission, den Befehl. Die Soldaten müssten mit durchgeladener Waffe Wache stehen können, sagte er in der Sendung «Rendez-vous» von Schweizer Radio DRS. Dazu seien sie ausgebildet.

Städteverband: Grosse Gefahr <´p> Anders sieht es Renate Amstutz, Direktorin beim Schweizerischen Städteverband. Für durchgeladene Waffen müsse es einen sehr guten Grund geben, denn die Gefahr für die Bevölkerung sei gross, sagte sie am Radio.

Der Befehl sieht vor, dass Soldaten ihren Wachdienst im Normalfall mit durchgeladener Waffe absolvieren. Möglich ist, dass die Wachsoldaten ihren Dienst auch ohne durchgeladene Waffe absolvieren, wenn dies die lokalen Begebenheiten verlangen. Das liegt in der Kompetenz der Kommandanten.

(fest/sda)

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