Wiederauferstehung am Mardi Gras
publiziert: Montag, 30. Jan 2006 / 11:19 Uhr

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Times-Picayune
Tageszeitung von New Orleans
www.nola.com

Die Frage bleibt: Wird New Orleans jemals wieder aus den Trümmern auferstehen? Die Zeichen dafür sind gemischt. Zumindest die Mardi Gras-Umzüge werden stattfinden wie immer. Doch diesmal nicht nur als ausgelassene Fasnachts-Feiern, sondern als ein Lebenszeichen an die Welt. Man will damit allen zeigen, dass es New Orleans und den Geist dieser Stadt noch gibt.

Doch das wahre Stichdatum für New Orleans ist nicht am Fasnachts-Dienstag sondern am ersten Juni, dem offiziellen Start der nächsten Hurricane-Saison. Das Armee-Ingenieurs-Corp und diverse Subunternehmer sind fieberhaft damit beschäftigt, die Dämme, Pumpen, Fluttore und Schutzwälle, die von Katrina zerstört worden sind, wieder auf zu bauen. Doch die Probleme sind gross. Zum Teil ist nicht einmal genau bekannt, warum an manchen Stellen die Schutzwände versagt haben.

Wie kann man etwas zur Sicherheit wieder aufbauen, wenn unbekannt ist, warum es versagt hat? Eine Methode ist es in diesem Fall, die Dämme zusätzlich zu 'panzern'. Dabei handelt es sich nicht um Panzerplatten die angebracht würden, sondern um Befestigungen, die verhindern, dass bei einem Überlaufen der Dämme das Wasser keine Lücken mehr in diese hinein reissen könnten. Zwar würden die – immer noch für eine Hurricane-Stärke von 3 ausgelegten – Dämme immer noch überspült werden, doch sie würden nicht mehr brechen. Auch nicht bei einem Sturm der stärke 4 oder 5.

Die Sache hat nur einen Haken: Es ist noch kein Geld für diese Verstärkungen vorhanden. Die erforderlichen 600 Millionen US$ müssen erst noch vom Kongress genehmigt werden. Wie lange dies dauern wird, ist trotz des als 'dringend' bezeichneten Antrages nicht klar. Wenn das Geld im April komme, wäre es allenfalls möglich, die Verstärkungen bis August – dem Höhepunkt der Unwetter-Zeit – an zu bringen. Sollte es allerdings Blockaden und Verzögerunge geben – in Zeiten der grossen Defizite immer eine Möglichkeit – kämen die Gelder womöglich zu spät, um noch in diesem Jahr wirksam eingesetzt werden zu können.

Dass die Gelder knapp gehalten werden, müssen auch immer mehr Opfer von Katrina erfahren. So liegen immer noch hunderte von Fischerbooten auf Land. Nachdem zu Beginn betont wurde, dass die Küstenwache unbürokratisch alle kommerziellen Fischerboote wieder in Wasser bringen würde, um so der Wirtschaft der Region einen zusätzlichen Schub zu verleihen, wird nun plötzlich ein anderes Liedchen gesungen.

Es dürfen nur noch jene Boote flott gemacht werden, welche so liegen, dass sie die Schifffahrt gefährden oder behindern könnten. Hunderte von Booten gelten nun plötzlich als nicht mehr bergbar. Der Küstenwache ist es effektiv nicht mehr erlaubt, diesen Leuten, deren Lebensunterhalt von ihren Booten abhängt, zu helfen. Dieser erzwungene Ruin wird mit einem Gesetz aus dem Jahr 1974 begründet, dass die Zuständigkeiten der Küstenwache einschränkt.

Die Zeichen sind widersprüchlich, aber es macht den Anschein, als wäre der Wille zur Rettung von New Orleans bei der US-Regierung trotz grosser Worte nicht vorhanden. Die Prioritäten liegen woanders. Der Mardi Gras 2006 könnte ein Zeichen der Wiederauferstehung der Metropole am Bayou sein. Aber ebensogut ihr Grabgesang.

(Patrik Etschmayer/news.ch)

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