Wiedervereinigungs-Gespräche in Zypern

publiziert: Mittwoch, 15. Jan 2003 / 21:29 Uhr

Nikosia - Nach dreimonatiger Pause haben die Führer der griechischen und türkischen Volksgruppe auf Zypern ihre Gespräche über eine Wiedervereinigung der geteilten Mittelmeerinsel fortgesetzt.

Die Beteiligten Parteien verhandeln wieder in Zypern.
Die Beteiligten Parteien verhandeln wieder in Zypern.
Der zyprische Präsident Glafkos Klerides und der türkisch-zyprische Volksgruppenführer Rauf Denktasch trafen sich im Beisein des UNO-Sondergesandten Alvaro de Soto in Nikosia, wie ein UNO-Mitarbeiter mitteilte. Sie kamen auf dem von UNO-Truppen kontrollierten internationalen Flughafen von Nikosia zusammen, unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Es handelte sich um die ersten Gespräche seit der Präsentation des UNO-Plans im vergangenen November. Der Plan sieht die Bildung eines gemeinsamen Staates vor, der nach dem Vorbild der Schweiz, aus zwei Teilstaaten, einem griechisch- und einem türkisch-zyprischen bestehen soll.

Vor allem Denktasch stand wegen seiner Ablehnung des Plans unter hohen Druck aus dem In- und Ausland. Am Dienstag waren mehr als 40 000 türkische Zyprer - ein Fünftel der Volksgruppe - für den UNO-Plan auf die Strasse gegangen.

Die EU hatte auf dem Gipfel in Kopenhagen im Dezember beide Parteien aufgefordert, bis zum 28. Februar zu einer Einigung zu kommen. Anschliessend sollen in beiden Teilen Volksabstimmungen stattfinden.

Sollten Klerides und Denktasch keine Annäherung erzielen, will die Europäische Union (EU) die von Klerides geführte, international anerkannte Republik Zypern am 16. April per Beitrittsvertrag aufnehmen.

Die griechische Regierung begrüsste die Denktasch-kritische Demonstration. Die türkische Volksgruppe habe eine Botschaft an die internationale Gemeinschaft, vor allem aber an die türkisch-zyprische Führung geschickt.

Zypern ist geteilt, seit türkische Truppen 1974 den Norden besetzten. Ankara reagierte damit auf einen Putsch nationalistischer Zypern-Griechen, die den Anschluss an das damals von einer Militärjunta regierte Griechenland wünschten.

(bsk/sda)

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