Wikileaks: US-Botschafter warnt Schweiz
publiziert: Sonntag, 5. Dez 2010 / 10:27 Uhr
«Nicht frustrierend»: Donald S. Beyer.
«Nicht frustrierend»: Donald S. Beyer.

Bern - Nach der Veröffentlichung von geheimen US-Diplomaten-Depeschen durch Wikileaks versucht Donald S. Beyer, der amerikanische Botschafter in der Schweiz, seine Gastgeber zu beschwichtigen. Zugleich warnt er die Schweiz, Wikileaks-Gründer Julian Assange Unterschlupf zu gewähren.

6 Meldungen im Zusammenhang
Die Schweiz werde sehr sorgfältig überlegen müssen, ob sie jemanden, der vor der Justiz flüchtet, Unterschlupf gewähren möchte, sagt Beyer gegenüber dem «Sonntag». Beyer verweist darauf, dass gegen Assange in Schweden ein Haftbefehl erlassen worden sei und er auf der Interpol-Liste stehe - wegen des Verdachts auf Vergewaltigung.

Zugleich distanziert sich Beyer von seinem Vorgänger Peter Coneway, der gemäss den von Wikileaks veröffentlichten Depeschen die Schweiz als «frustrierende Alpendemokratie» bezeichnet hatte. «Meine Frau und ich finden die Schweiz überhaupt nicht frustrierend», sagte er im Interview.

Sein Vorgänger habe George W. Bush vertreten, er vertrete nun die Regierung Obama: «Es war eine andere Zeit und eine andere Situation».

«Keine offiziellen Dokumente»

Beyer möchte die Depeschen, welche aus der ganzen Welt in die USA geschickt wurden, nicht kommentieren. Es handle sich bloss um interne Arbeitsdokumente - und nicht um offizielle Regierungspolitik. Es sei aber sehr wichtig, dass die Diplomaten ehrliche und klare Berichte nach Washington schicken.

Auch gegenüber der «SonntagsZeitung» wiegelt Beyer ab. «Wir müssen uns keine Sorgen machen. Beide Seiten wissen, wie nahe sich die Schweiz und die USA stehen», sagte er. In anderen Teilen der Welt seien härtere Worte gefallen.

Der höchste US-Vertreter in Bern bezeichnet die Zusammenarbeit mit den Bundesrätinnen Widmer-Schlumpf, Calmy-Rey und Leuthard «alles andere als frustrierend». Diplomat Beyer liess gegenüber der «SonntagsZeitung» offen, wie sich die USA verhalten werde, falls die Schweiz Julian Assange Zuflucht gewährt.

(ht/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von 3 Leserinnen und Lesern kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Julian Assange soll sich in Südostengland aufhalten.
Stockholm - Der wegen Vergewaltigungsvorwürfen international gesuchte Wikileaks-Gründer Julian Assange ist nach Angaben seines Anwalts zu einem Treffen mit der britischen Polizei ... mehr lesen
Brenda Mäder Die Frage der Woche lautet: Wikileaks will womöglich in ... mehr lesen
Die Wikileaks-Inhalte werden auf diversen Servern dezentral «gespiegelt».
Moskau - Die Enthüllungsplattform Wikileaks hat eine geheime Liste von wichtigen Infrastrukturen veröffentlicht, die aus Sicht der USA vor Terrorangriffen geschützt werden müssen. mehr lesen 
Julian Assange, Chef des Enthüllungsportals Wikileaks.
Manama/Washington - Der australische Chef des Enthüllungsportals Wikileaks, Julian Assange, ist nun auch im Visier der Behörden in seinem Heimatland. Die Polizei ermittelt auf ... mehr lesen 3
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bern - In den von Wikileaks veröffentlichten geheimen US-Dokumenten sind ... mehr lesen 23
Das Verhältnis zwischen der Schweiz und den USA sei herzlich ohne emotionale Beziehung.
Ein Land dass....
den Terror unterstütz, selber überall Daten klaut. Viren in Systeme im Iran einschleust droht uns wegen Assange?
Und wenn man zum Schluss nachschaut, wurde Assange vom CIA bezahlt, dass man danach die Bürger besser aussionieren kann? Oder wie kann es sonst sein, dass eine so viele geheime Datenklau ohne dass man es merkt??

Verbrecher sollten nicht vor anderen Verbrecher warnen, denn sie machen sich damit lächerlich!

PS: Schön, dass sie die Schweiz nicht frustierend finden, aber ich finde Sie frustierend.
Nächste Enthüllung
Zum Fenster gehen Herr Botschafter! Rausschauen! Ja, Bern, nicht Tripolis oder Pyöngyang!

Die Drohung ist insofern eine Beleidigung, weil die Schweiz ein Rechtsstaat ist. Sollte also ein gültiger Haftbefehl durch Schweden ausgestellt sein, wird dieser im Schengenraum Schweiz auch durchgesetzt.

Somit die nächste Enthüllung:

Der jetzige US-Botschafter in der Schweiz ist also auch blöd.
Warnt ?
Dem kann man auch schon drohen sagen. Ich hoffe nur das die USA sehr viel Schaden erleiden mit diesen Enthüllungen.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Kräftiger Stau: 2018 verfügten Schweizer Autos durchschnittlich über 179 PS - Rekord.
Kräftiger Stau: 2018 verfügten Schweizer Autos durchschnittlich über 179 PS - ...
Dübendorf, St. Gallen und Thun - Wieviel verbraucht die Fahrzeugflotte eines Landes im Durchschnitt? Wie ändert sich das von Jahr zu Jahr? Mit der zunehmenden Zahl an Elektrofahrzeugen und immer mehr «Crossover»-Modellen, die kaum noch einem Fahrzeugsegment zugeordnet werden können, wird die Analyse immer schwieriger. mehr lesen 
Verbände Bern - Um den Herausforderungen der saisonbedingten Arbeitslosigkeit und des Fachkräftemangels im Gastgewerbe zu begegnen, wurde ... mehr lesen  
Durch die Massnahme sollten Saisonmitarbeitenden im Gastgewerbe Ganzjahresperspektiven geboten werden.
Der Bundesrat reagiert auf die Corona-Situation.
Coronavirus  Bern - Der Bundesrat hat heute beschlossen, das summarische Abrechnungsverfahren für Kurzarbeitsentschädigung (KAE) bis zum 31. März 2022 für alle Unternehmen zu verlängern. ... mehr lesen  
Bern - Nach 26 Jahren in der Uhrenstadt am Jurasüdfuss verabschiedet sich das Bundesamt für Wohnungswesen BWO von Grenchen. Das Amt zieht per Mitte Dezember ... mehr lesen  
Das neue Bundesamt für Wohnungswesen BWO an der Hallwylstrasse 4 in Bern.
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich -1°C 3°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Basel 0°C 6°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
St. Gallen -2°C 2°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Bern -5°C 4°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig wechselnd bewölkt
Luzern -2°C 4°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Genf -1°C 6°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Lugano 0°C 11°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten