Kantone in Sorge

Wird das Asyl-Notfallkonzept aktiviert?

publiziert: Samstag, 7. Nov 2015 / 10:58 Uhr
Am Freitag haben Bund und Kantone Notfallszenarien diskutiert.
Am Freitag haben Bund und Kantone Notfallszenarien diskutiert.

Bern - Die Kantone machen sich Sorgen um steigende Flüchtlingszahlen. Hans-Jürg Käser, der Präsident der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren, spielt nun mit dem Gedanken, das Asyl-Notfallkonzept des Bundes hochzufahren.

9 Meldungen im Zusammenhang
Steigende Asylzahlen der letzten Tage bereiteten den Kantonen Sorge, sagte Käser im Interview mit Radio SRF vom Samstag. Und der Druck werde eher noch steigen. Ihm zufolge leben insbesondere in Deutschland zahlreiche nicht registrierte Menschen aus Afghanistan. In diesen Fällen habe das Dublin-Abkommen «nicht funktioniert».

Eigentlich, so Käser, müsste man die Betroffenen in das erste Dublin-Land zurückschicken, in das sie eingereist sind. Doch diese Länder ausfindig zu machen, sei «nicht ganz einfach».

Am Freitag haben Bund und Kantone offenbar Notfallszenarien diskutiert. Käser möchte für einen Entscheid zuerst die Entwicklung der Zahlen auf dem Tisch haben. Für ihn muss man sich aber angesichts der aktuellen Situation darüber Gedanken machen, «jetzt das Notfallkonzept hochzufahren».

Für Bundesrat «kein Krisenszenario»

Das Konzept sieht unter anderem einen Sonderstab vor. Für Käser könnte damit das Land in seinen Führungsstrukturen «fit gemacht» werden, um grössere Zahlen von Asylsuchenden zu bewältigen. «Ich würde mir wünschen, dass man innerhalb der nächsten 14 Tage die entsprechenden Beschlüsse fasst», sagte er im Radio. Käser ist Regierungsrat im Kanton Bern.

Der Bundesrat hatte das Notfallkonzept Asyl im Jahr 2012 für ausserordentliche Lagen im Asylwesen verabschiedet. Zu den vorgesehenen Massnahmen gehört die Notstandsklausel im Asylgesetz. Sie ermächtigt den Bundesrat, in Abweichung des Asylgesetzes die Voraussetzungen für die Asylgewährung zu regeln und vereinfachte Verfahrensbestimmungen zu erlassen.

Erst gerade im September hatte der Bundesrat festgehalten, die Situation sei zwar schwierig, aber die Schweiz sei von einem Krisenszenario weit entfernt. Notrecht komme daher nicht in Frage. Die Voraussetzungen dafür wären nur bei einer ausserordentlich hohen Zahl von Asylsuchenden gegeben - wenn die Strukturen dauerhaft überlastet wären und eine ordentliche Behandlung der Asylgesuche auf unabsehbare Zeit nicht mehr sichergestellt wäre.

Allerdings hatte das Staatssekretariat für Migration (SEM) vor wenigen Tagen seine Prognosen für Asylgesuche korrigiert: von maximal 31'500 auf 32'000 bis 34'000 Gesuche. Grund dafür ist die Entwicklung auf der Balkanroute.

(bert/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von 3 Leserinnen und Lesern kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Justizministerin Simonetta ... mehr lesen
«Wir sind heute gut aufgestellt.»
Die Flüchtlingssituation bleibt angespannt.
Bern - Die Anzahl Asylgesuche in der ... mehr lesen
Bern - Immer mehr Menschen aus ... mehr lesen 3
Aktuell erhalten nur rund 13 Prozent der afghanischen Gesuchsteller Asyl in der Schweiz.
«Le Matin Dimanche»/«SonntagsZeitung»: Die Spitalgrippe war in der Schweiz noch nie so tödlich wie im vergangenen Jahr.
VW-Skandal, Bundesratswahl und Asylnotstand: Diese drei Schlagwörter dominieren die Sonntagspresse. Laut der «NZZ am Sonntag» prüft der Bund nach dem sprunghaften ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Amnesty International und andere NGOs fordern die Schweiz auf, keine Flüchtlinge in EU-Grenzstaaten zurückzuschaffen. (Symbolbild)
Bern - Amnesty International und andere NGOs fordern die Schweiz auf, keine Flüchtlinge mehr in EU-Grenzstaaten zurückzuschaffen. In Ungarn, Italien oder Griechenland würden ... mehr lesen 1
Bern - Die Flüchtlingskrise in Europa ... mehr lesen
Europa wurde in den letzten Monaten mit einer der grössten Migrationsbewegung konfrontiert.
In der Schweiz steigt die Kapazität für Flüchtlinge. (Symbolbild)
Bern - Im September haben in der ... mehr lesen 1
Na so was
Na so was:

"Deutschland wird syrische Asylbewerber wieder nach dem Dublin-Verfahren in andere EU-Länder zurückschicken, über die sie in die Europäische Union eingereist sind. Wie ein Sprecher des Innenministeriums am Dienstag auf Anfrage bestätigte, wendet Deutschland das Dublin-Verfahren aktuell für alle Herkunftsländer und alle Mitgliedstaaten ausser Griechenland an. «Das gilt auch für syrische Staatsangehörige, seit dem 21. Oktober», fügte er hinzu."

Dachte Mutti sagte "wir schaffen das!" und Schengen-Dublin gilt nicht mehr.
Zahlen der Bereicherung
Sollen wir Kriegsflüchtlingen Asyl bieten. Ja unbedingt!

Aber nun schauen wir mal die 2015 Zahlen der häufigsten Länder für Asylgesuch an (Tagesanzeiger von heute):

Eritrea 8'927
Afghanistan 1929
Sri Lanka 1219
Somalia 1025
Irak 809
Nigeria 659
Gambia 600
Äthiopien 481
Kosovo 467

Das wären dann mal 16'116.

Dazu kommen 2337 Syrier die als Opfer eines Krieges flüchten. Total also 18'453.

von den 16'116 nehme ich mal 10 % die glaubhaft belegen können, dass sie an Leib und Leben gefährdet sind. Das wären dann etwa 1'612.

Wir könnten also locker ca. 14'500 Kriegsopfer mehr aufnehmen, wenn wir die Wirtschaftsflüchtlinge aussortieren und nach Hause senden. Wir könnten auch Eltern mit verletzten Kindern aus Syrien einfliegen und behandeln und wir hätten mehr anständige Unterkünfte für sie. Wir hätten auf einmal so viel Geld um uns um die wirklichen Opfer zu kümmern, bis sie nach Hause können.

So und jetzt darf ich mir wieder den Schrott von Kassandra darüber reinziehen, wie viele Camel & Goat Logistics Manager und Mosque Facility Manager die Schweiz braucht und was das für eine Bereicherung für uns ist.
Auch...
in der CH glaubt man anscheinend immer noch an die Wahnvorstellung, dass es möglich ist, aus einem radikalisierten muslimischen angeblichen Flüchtling mit ein paar Sprachkursen und Sozialhilfe einen toleranten Facharbeiter mit Migrationshindergrund zu formen. Hoffentlich nimmt das Sommermärchen "Refugees welcome" auch ein gutes Ende.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 22
Müllvermeidung - ein wichtiges, aktuelles Thema.
Müllvermeidung - ein wichtiges, aktuelles Thema.
Publinews Nachhaltigkeit ist in der heutigen Gesellschaft ein immer wichtigeres Thema. Wir alle haben eine Verantwortung dafür, die Ressourcen unserer Erde schonend zu nutzen und die Umweltbelastungen zu minimieren. Doch was bedeutet es eigentlich, nachhaltig zu leben und wie können wir unseren Alltag nachhaltiger gestalten? mehr lesen  
Gemäss dem Bericht «Survival of the Richest» hat das reichste Prozent der Weltbevölkerung seit Beginn der Corona-Pandemie fast zwei Drittel ... mehr lesen  
Der Oxfam-Bericht zeigt, dass die Vermögen der Milliardäre weltweit täglich um 2,7 Mrd. Dollar gestiegen ist.
Fotografie Ärzte ohne Grenzen und Magnum: 50 Jahre im Einsatz  2021 markierte das 50-jährige Bestehen von Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Fronitères (MSF). Die Photobastei Zürich nimmt dieses Jubiläum zum Anlass, um in einer Fotoausstellung gemeinsam mit der internationalen Fotoagentur Magnum auf 50 Jahre medizinische Nothilfe in Krisen- und Kriegsgebieten zurückzublicken. mehr lesen  
Man sollte sich ein Haustier nie überstürzt zulegen, auch wenn es noch so niedlich ist.
Publinews Die Gründe, sich ein Haustier zuzulegen, sind vielfältig. So möchten manche Menschen, die Einsamkeit verspüren, sich damit Gesellschaft ins Haus holen; ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 16°C 21°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Basel 15°C 22°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
St. Gallen 15°C 18°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Bern 15°C 21°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Luzern 16°C 21°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Genf 16°C 23°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Lugano 15°C 25°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten