Überraschende Wahl

Wirtschafts-Nobelpreis an drei Ökonomen

publiziert: Montag, 11. Okt 2010 / 13:23 Uhr / aktualisiert: Montag, 11. Okt 2010 / 15:21 Uhr
Christopher Pissarides, Dale Mortensen und Peter Diamond.
Christopher Pissarides, Dale Mortensen und Peter Diamond.

Stockholm - Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften geht 2010 an drei Forscher für ihre Analyse von Märkten, auf denen sich Angebot und Nachfrage nicht von alleine regeln. Den Preis erhalten die Amerikaner Peter A. Diamond und Dale Mortensen sowie der britisch-zyprische Wirtschaftsprofessor Christopher Pissarides.

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Die drei Forscher hätten das theoretische Fundament für sogenannte Suchmärkte formuliert, teilte das Preiskomitee am Montag in Stockholm mit. Diamond habe die speziellen Eigenarten solcher unvollkommener Märkte geliefert. Mortensen und Pissarides erweiterten die Theorie und wandten sie auf den Arbeitsmarkt an.

Die Modelle machten verständlich, wie Arbeitslosigkeit, offene Stellen und Löhne durch Regulierung und Wirtschaftspolitik beeinflusst würden, erklärte die Jury.

DMP-Modell

Das nach Diamond, Mortensen und Pissarides benannte «DMP-Modell» helfe beim Verständnis der Funktionsweise des Arbeitsmarkts. Unter anderem gehe es darum, warum es gleichzeitig eine hohe Zahl von Arbeitslosen bei starker Nachfrage nach Arbeitskraft geben könne oder warum es Sockelarbeitslosigkeit gebe.

Die Suchtheorie sei darüber hinaus auf viele andere Märkte mit Problemen beim Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage übertragen worden, etwa den Geldmarkt oder den Immobilienmarkt. Die Ansätze finden auch in den Bereichen Geldpolitik, Finanzwirtschaft sowie Familienpolitik Anwendung.

«Sehr gute Wahl»

Reto Foellmi, Professor für Makroökonomie an der Universität Bern, zeigte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA nicht überrascht von der Wahl des Nobelpreis-Komitees. Es sei eine sehr gute Wahl. Die Suchtheorie gehöre zum Kanon der Wirtschaftswissenschaften an den Universitäten.

Alle drei Ökonomen hätten einen wesentlichen Beitrag zur Suchtheorie geleistet, erklärte Foellmi. Diamond habe bereits 1982 die erste Grundidee der Suchtheorie entwickelt. Mortensen (1986) und Pissarides (1985) hätten diese weiter entwickelt und in ihre noch heute gültige Form gebracht.

(bert/sda)

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