Würdige Arbeit als Weg aus der Armut

publiziert: Montag, 9. Jun 2003 / 10:14 Uhr

Genf - Zur Verminderung der Armut braucht es nach Meinung der ILO menschenwürdige Arbeit. In seinem am Montag in Genf veröffentlichten Bericht bekräftigt ILO-Generaldirektor Juan Somavia die Dringlichkeit nach mehr Arbeitsplätzen.

Kinder und Jugendliche bei der Arbeit in einer Autowerkstatt in Dakar, Senegal.
Kinder und Jugendliche bei der Arbeit in einer Autowerkstatt in Dakar, Senegal.
Fast die Hälfte der Weltbevölkerung (2,8 Milliarden Menschen) lebt mit weniger als zwei Dollar pro Tag, heisst es in dem Bericht zuhanden der Jahreskonferenz der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO).

Mehr als eine Milliarde Menschen leben mit einem Dollar pro Tag oder weniger. Weltweit sind 180 Millionen Menschen arbeitslos. Und eine Milliarde Arbeitende sind unterbeschäftigt.

Die Armut beschränkt sich nicht auf die armen Länder: Zehn Prozent der Bevölkerung der 20 reichsten Staaten leben mit weniger als der Hälfte des Durchschnittseinkommens.

Die Weltwirtschaft könne nur stabil sein, wenn alle Bürgerinnen und Bürger die Mittel hätten, produktiv zu sein und zu konsumieren, erklärt Somavia.

Man könne auch nicht auf eine politische Stabilität zählen, wenn ein Grossteil der Weltbevölkerung von der ökonomischen Integration ausgeschlossen sei.

Arbeit oder Schule

Die Kinderarbeit führt zu einer Fortsetzung der Armut von einer Generation zur andern, schreibt Somavia. Im Jahr 2000 arbeiteten weltweit 211 Millionen Kinder zwischen fünf und 14 Jahren.

Nur zehn Prozent von ihnen fanden die Zeit, zur Schule zu gehen.

186 Millionen von ihnen gingen einer Beschäftigung nach, welche die ILO abschaffen will. 111 Millionen Kinder übten eine der schlimmsten Formen der Kinderarbeit aus, die ihrer Gesundheit, Sicherheit oder Moral schadet.

Jugendarbeitslosigkeit

Weltweit gibt es eine Milliarde Jugendliche. In den meisten Entwicklungsländern haben sie, Mädchen wie Knaben, die Wahl zwischen einer Beschäftigung im informellen Sektor und der Arbeitslosigkeit.

Die ILO schätzt, dass weltweit 74 Millionen Jugendliche arbeitslos sind. Das entspricht 41 Prozent aller Arbeitslosen (180 Millionen).

In Panama, Uruguay und Venezuela sind 30 Prozent der Jugendlichen arbeitslos in Argentinien und Kolumbien rund 40 Prozent.

In Afrika, wo in einigen Ländern bis zu 55 Prozent der Bevölkerung jünger als 18 Jahre sind, beträgt die Rate der Jugendarbeitslosigkeit 56 Prozent in Südafrika sowie zwischen 30 und 40 Prozent in Algerien, Ägypten und Marokko.

In Asien haben 30 Prozent der 650 Millionen Jugendlichen keine regelmässige Arbeit. Die ILO ist weiter besorgt über die zunehmende Armut von älteren Menschen.

In einer zunehmenden Zahl von Ländern werden vor allem Frauen über 35 Jahren Arbeitsplätze verweigert. Die ILO setzt sich für die soziale Sicherheit und die Abschaffung von Diskriminierungen ein.

2 Prozent Wachstum

Das 2000 lancierte UNO-Programm, mit dem die Armut bis 2015 um die Hälfte reduziert werden soll, werde scheitern, wenn Regierungen, Wirtschaft und Arbeitnehmer sich nicht gemeinsam für die Schaffung von Arbeitsplätzen einsetzten, warnt Somavia.

Das jährliche Wachstum des weltweiten BIP müsse dazu während mehreren Jahren mehr als zwei Prozent betragen.

Zu den möglichen Massnahmen gegen die Armut zählt der Bericht zudem eine Verbesserung der Qualifikation, die Entwicklung der Infrastruktur auf lokaler Ebene sowie die Förderung kleiner Unternehmen und von Mikrokrediten.

(bsk/sda)

 
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