Yassir Arafat: Sein Stern könnte bald heller denn je leuchten

publiziert: Mittwoch, 4. Jun 2003 / 16:05 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 4. Jun 2003 / 17:38 Uhr

Ramallah - Einen grossen Abwesenden hat es in all dem Medienrummel um den Nahostgipfel in Jordanien am Mittwoch gegeben: den Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat. Der palästinensische Präsident versucht aber weiter hinter den Kulissen die Fäden zu ziehen.

Während sich Abbas an der Seite von US-Präsident Bush zeigt, kann sich Arafat profilieren.
Während sich Abbas an der Seite von US-Präsident Bush zeigt, kann sich Arafat profilieren.
Schon beim Treffen von US-Präsident George W. Bush mit arabischen Staats- und Regierungschefs am Dienstag in Ägypten war Arafat nicht mit von der Partie. Er befindet sich in seinem von der israelischen Armee zerschossenen Hauptquartier in Ramallah im Westjordanland.

Im jordanischen Akaba stahl ihm der gemässigte Ministerpräsident Mahmud Abbas die Schau. Es gibt dabei aber ein Riesenproblem: In Abbas sehen viele Palästinenser ein Werkzeug der USA.

Gleich nach dem Gipfeltreffen im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich verbuchte es US-Aussenminister Colin Powell als Erfolg, dass "Arafat heute nicht da war und dass Abbas da war".

Die USA hatten zuvor monatelang Druck ausgeübt und so die Schaffung des Postens eines Ministerpräsidenten für Abbas durchgedrückt. So hatten die USA den internationalen Friedensplan des Nahost-Quartetts solange unter dem Deckel gehalten, bis das Kabinett Abbas eingesetzt war.

Arafat: geliebt, aber isoliert

Die USA und Israel haben mit dem Dreiergipfel Bush, Abbas und dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon ein wichtiges Ziel erreicht: Sie fahren seit längerem die Strategie, Arafat zu isolieren, und stattdessen Abbas als internationalen Partner für den Friedensprozess in Nahost zu inthronisieren.

Abbas selbst vollzieht diese "Wachablösung" nach den Worten der palästinensischen Parlamentarierin Hanan Aschrawi auf "elegante Weise". Er hüte sich davor, den Wechsel "brutal" voranzutreiben - wohlwissend, dass das Volk ihm eine Demütigung seines "charismatischen, historischen Führers Arafat" nicht verzeihen würde.

Arafat nicht unterschätzen

Für Arafat sei es alles andere als einfach, Abbas den Vortritt zu lassen. Bisher wurde auch keine einzige Entscheidung ohne die Zustimmung des Palästinenserpräsidenten getroffen. Und nach dem Gipfel werde Abbas Arafat pflichtschuldig Bericht erstatten, so Aschrawi.

< Durchaus möglich erscheint auch, dass Arafat als gewiefter Taktiker seinen Zugriff auf die palästinensische Innenpolitik verstärkt. Dies während sein Kontrahent Abbas im internationalen Rampenlicht steht.

Nach Meinung des israelischen Politologen Raphael Israeli stehen die Chancen für Arafat nicht schlecht, sich auf Kosten von Abbas zu profilieren.

Während Abbas mit Bush und Scharon verhandelt und ihnen die Hände schüttelt, kann sich Arafat womöglich als der "unerschütterliche Held der palästinensischen Sache" darstellen. Und Abbas kann er den Schwarzen Peter zuschieben für die Zugeständisse gegenüber Israel.

(Jean-Marc Mojon/afp)

 
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