Früh laufende Kinder nicht intelligenter

Zeitpunkt der ersten Schritte hat nichts mit Intelligenz zu tun

publiziert: Donnerstag, 28. Mrz 2013 / 10:50 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 28. Mrz 2013 / 11:05 Uhr
Ob die ersten Schritte später oder früher kommen, trägt nicht zur Intelligenz des Kindes bei. (Archivbild)
Ob die ersten Schritte später oder früher kommen, trägt nicht zur Intelligenz des Kindes bei. (Archivbild)

Zürich/Lausanne - Eltern, deren Sprösslinge spät zu laufen beginnen, dürfen aufatmen: Der Zeitpunkt, an dem Kinder die ersten selbständigen Schritte machen, lässt keinen Schluss auf ihre spätere Intelligenz oder Geschicklichkeit zu. Dies zeigt eine Studie von Zürcher und Lausanner Forschern.

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Viele Eltern befürchten, dass ihr Kind in der geistigen Entwicklung hinterherhinkt, wenn es später aufrecht zu sitzen oder zu gehen beginnt als andere, wie der Schweizerische Nationalfonds (SNF) am Donnerstag in einem Communiqué schrieb. Diese Sorge kann das Team um Oskar Jenni vom Kinderspital Zürich und Valentin Rousson von der Universität Lausanne nun zerstreuen.

Die Forschenden werteten die Entwicklungsdaten von 222 gesund geborenen Kindern aus, 119 Jungen und 103 Mädchen. Sie wurden in den ersten beiden Lebensjahren siebenmal untersucht und absolvierten im Schulalter alle zwei bis drei Jahre Bewegungs- und Intelligenztests.

Sitzen mit 6,5 und gehen mit 12 Monaten

Die Resultate zeigen bei den wichtigen motorischen Meilensteinen eine grosse Streuung: Die Kinder sassen im Alter von knapp vier bis 13 Monaten erstmals aufrecht, im Durchschnitt mit 6,5 Monaten. Zu gehen begannen sie im Alter zwischen 8,5 und 20 Monaten, der Mittelwert liegt bei zwölf Monaten.

Ob früh oder spät: Wann die Kinder diese Entwicklungssprünge machten, hatte nichts mit ihren späteren Leistungen in Bewegungs- und Intelligenztests zu tun, wie die Forschenden nun online im Fachblatt «Acta Paediatrica» berichten. Diese Tests fanden im Alter von 7 und 18 Jahren statt.

Das Fazit: Kinder, die später als andere zu gehen beginnen, sind im Schulalter genau so geschickt und intelligent wie die Kinder, die schon früh auf ihren Beinen waren.

Mehr Gelassenheit

«Ich rate deshalb Eltern zu mehr Gelassenheit, wenn ihr Kind erst mit 16 oder 18 Monaten zu gehen beginnt», sagte Jenni in der Mitteilung. Erst wenn ein Kind nach 20 Monaten noch nicht selbständig gehe, seien weitergehende medizinische Abklärungen angebracht.

Die 119 Jungen und 103 Mädchen nahmen an der Zürcher Longitudinalstudie teil. Diese untersuchte die langfristige Entwicklung von über 700 zwischen 1978 und 1993 geborenen gesunden Kindern bis in die Adoleszenz.

(tafi/sda)

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Ritalin
lieber Midas, ich sehe nicht, dass du meine Antwort erhalten hast. Deshalb: Danke für dein Kompliment, ich sei eine tolle Mutter. Ich liebe meine Kinder, so einfach ist es, habe auch Fehler gemacht. Nur nicht die, dass ich aus egoistischer Selbstdarstellung, meine Kinder gezwungen hätte zu reiten, Balletstunden zu besuchen und was so Mode war, damals. Heute fahren ja etliche, vermögende Mütter ihre Söhne und Töchter zum golfen!! Wir wohnten - noch als intakte Familie - in Muri b. Bern, vergleichbar mit der Goldküste/Zürich. Die Neureichen verwöhnten ihre Kinder, die alles geschenkt bekamen, was sie nur wollten. Jedoch, keine Wärme. Ich unterstützte die Fantasie meiner Kinder mit allerlei Material, wir wanderten, spielten. Der Satz: " gebt den Kindern Flügel, damit sie fliegen können", der stimmt doch! Was du über deine Mutter schreibst, da denke ich SIE ist eine tolle, bewundere sie und finde es schön und lieb, dass du gut zu ihr bist, dankbar. Vielleicht hast du nun zwei Antworten die ähnlich sind? Wie auch immer: sei herzlich gegrüsst
Generation Ritalin
Gratulation! Sie sind sicher eine tolle Mutter.

Aber Sie gebaren Ihren Sohn wahrscheinlich noch in der Zeit, als man Kinder auch Kinder sein liess.

Wenn ich heute Eltern von kleinen Kinder treffe, frage ich mich immer wer die Dummen zur Welt bringt.
Alle sind blitzgescheit, brauchen aber deswegen Ritalin. Alle werden gepuscht ein Meister/in des Klaviers oder des Geigenspiels zu werden, büffeln Englisch oder für den Züriberg Chinesisch. Dabei ja nicht mit was gefährlichem spielen (Sackmesser) und aufgrund der Gefahren und des langen Fussmarsches von gefühlten 20 Minuten gehen sie im Range Rover zur Schule. Geht ja nicht anders, den gleich nach der Schule muss man zum Kindergolf oder Reitunterricht. Immer lustig dem Elternwettbewerb um das talentierteste Kind beizuwohnen, aber ich glaube sehr viele Kinder von meinen Bekannten sind total überfordert und vermissen ihre Kindheit.

Ich durfte selber rausfinden, wie mein Schweizer Sackmesser neben dem Cervelat auch noch meinen Daumen schneiden kann. Mein Mutter ging neben dem normalen Job noch bei anderen Leuten putzen, damit sie mir jede Woche ein Buch kaufen konnte. Mit zwölf lernte sie mir mit anderen zu teilen. Ich durfte meine ganzen Spielzeugautos und Lego einsammeln und armen Kindern schenken (jetzt sagt Thomy natürlich und dann wird so ein Bürgerlicher draus : ). Eltern sind Vorbilder und prägen uns. Ich werde meinen immer sehr dankbar sein. Meine Mutter ist jetzt 82 und ich versuche jeden Tag der Sohn zu sein, den sie verdient.

Lasst jedem Kind die Zeit die es braucht. Vor allem gebt dem Kind Eure Zeit und eine Zeit der Kindheit!
erst Schritte und Intelligenz
mein Sohn machte mit 18 Monaten die ersten Schritte. Seine Matura schloss er mit Note 5,5 ab.
.
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