Zürcher Asylkonferenz 2003
publiziert: Freitag, 19. Sep 2003 / 07:42 Uhr

Zürich - Die Zürcher Stadtregierung hat am Donnerstag eine Konferenz zur Asylpolitik organisiert. Vordergründiges Ziel war der Erfahrungsaustausch unter Verantwortlichen.

Die Angst ist vielfach gross, dass die Schweiz von Ausländern überrannt wird.
Die Angst ist vielfach gross, dass die Schweiz von Ausländern überrannt wird.
Dahinter aber stehen die Zürcher Pläne für eine Neuausrichtung der Asylpolitik.

Die Schweiz brauche eine Wende um die Probleme im Asylbereich zu lösen, sagte die Stadtzürcher Sozialvorsteherin Monika Stocker (Grüne) vor den Medien. Sie versuche ständig, beim Bund und beim Kanton Zürich dafür zu werben - das sei aber schwierig, weil dort noch alte Konzepte vertreten würden.

Mit der Konferenz möchte Zürich die Zusammenarbeit mit anderen Städten in der Asylpolitik intensivieren. Der Stadtrat erhofft sich Unterstützung für den Paradigmenwechsel, den er in seinem Asyl-Manifest Anfang Jahr gefordert hatte.

Bislang habe man alles getan, damit sich Asylsuchende in der Schweiz nicht integrieren könnten - ihnen beispielsweise verboten zu arbeiten, sagte Stocker.

Die Überlegung sei gewesen, dass sie dann leichter wieder in ihr Herkunftsland zurückgehen würden. Mittlerweile habe sich gezeigt, dass diese Überlegung so nicht stimme. Im Gegenteil: Asylsuchende, die hier arbeiten und etwas lernen könnten, gingen bereitwilliger zurück.

"Im Prinzip" einverstanden

An der Konferenz habe sich gezeigt, dass diese Einschätzung aus Zürich in vielen Gemeinden grundsätzlich geteilt werde.

"Dann kommen jedoch Einwände", stellte Stocker fest. Es gebe zum Beispiel die Befürchtung, dass arbeitende Asylsuchende Einheimischen Arbeitsplätze wegnähmen.

"Arbeitslose sind heute oft hochqualifiziert: ehemalige Swissair-Piloten oder Fondsmanager", entgegnete der Zürcher Stadtpräsident Elmar Ledergerber (SP). Beschäftigungsplätze für Asylbewerber gehörten in eine ganz andere Kategorie.

Die Stadt Zürich hatte im Mai einen ersten Schritt getan, um ihr eigenes Konzept in der Asylpolitik umzusetzen.

In einem Pilotprojekt wurden 100 Stellen für Asylsuchende geschaffen, zum Beispiel bei der Reinigung von Trams, in Spitälern oder Altersheimen. Die Beschäftigten können damit ein monatliches Taschengeld von 200 bis 400 Franken verdienen.

Das Konzept scheint zu überzeugen. Bereits möchten sich Gemeinden aus der Region anschliessen und für ihre eigenen Asylsuchenden Beschäftigungsplätze in der Stadt buchen. Der Stadtrat werde die Anfragen prüfen, erklärte Stocker.

Vergleich mit Drogenpolitik

Hinter dem asylpolitischen Schwung in Zürich steht die Erkenntnis, dass die Probleme im Asylwesen heute andere sind als früher.

Das Zürcher Konzept sieht zwei Antworten vor: Härte gegen kriminelle Asylsuchende und Integrationshilfen - insbesondere Beschäftigungsplätze - für alle übrigen.

Für die 100 Beschäftigungsplätze in Zürich kommt die Stadt alleine auf. Unterstützung aus Bern oder vom Kanton fehlt bislang.

Stocker verweist auf die Drogenpolitik. Auch hier hätten die Städte die Initiative ergriffen, lange bevor die höheren Ebenen aktiv geworden seien.

(bsk/sda)

.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Bevölkerung in der Schweiz wächst.
Die Bevölkerung in der Schweiz wächst.
Publinews Die Schweiz ist mit rund 41.285 km² ein recht kleines Land, dessen Bevölkerung hauptsächlich im urbanen Raum angesiedelt ist. Die meisten Menschen, die in der Stadt leben, bewohnen 3-Zimmer-Wohnungen in einem der knapp 540.000 städtischen Gebäuden. mehr lesen  
Der Anteil der Personen unter 30 an der Erwerbsbevölkerung hat sich in den letzten drei Jahrzehnten stark verringert  2020 machten die 15- bis 29-Jährigen 22,0% der Erwerbsbevölkerung aus; 30 Jahre zuvor waren es noch 29,7%. Knapp ein Drittel der jungen Erwachsenen, die sich in Ausbildung befinden und gleichzeitig erwerbstätig sind, hatte 2020 einen befristeten Vertrag und nahezu jede siebte Person in diesem Alter arbeitete auf Abruf. mehr lesen  
Bern - Die Museen des Bundesamtes für Kultur (BAK) setzen in den kommenden Jahren einen Schwerpunkt mit Massnahmen zur Stärkung der Inklusion. Zu diesem Zweck haben sie mit der Fachstelle Kultur inklusiv von Pro Infirmis Partnerschaften abgeschlossen. Kernanliegen des Labels «Kultur inklusiv» bildet die ganzheitliche Inklusion von Menschen mit Behinderung. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 16°C 32°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen vereinzelte Gewitter
Basel 17°C 33°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 15°C 30°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen vereinzelte Gewitter
Bern 14°C 31°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen vereinzelte Gewitter
Luzern 15°C 31°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen vereinzelte Gewitter
Genf 16°C 32°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig vereinzelte Gewitter
Lugano 17°C 29°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten