Roger Köppel verwahrt sich gegen Rassismus-Vorwurf

Zürcher Justiz eröffnet Strafverfahren gegen «Weltwoche»

publiziert: Sonntag, 3. Jun 2012 / 14:55 Uhr
Roger Köppel: «Es muss erlaubt sein, über problematische Entwicklungen zu recherchieren und zu berichten.»
Roger Köppel: «Es muss erlaubt sein, über problematische Entwicklungen zu recherchieren und zu berichten.»

Bern - Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat ein Strafverfahren gegen die «Weltwoche» eröffnet. Es geht um ein umstrittene Titelbild von Anfang April: Dieses zeigt einen kleinen Roma-Buben, der mit einer Pistole auf den Betrachter zielt.

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Das Bild mit der Legende «Die Roma kommen: Raubzüge durch die Schweiz» illustrierte einen Bericht der «Weltwoche» über Roma-Kriminalität. Aufgenommen worden war es allerdings in einem ganz anderen Zusammenhang, wie sich später herausstellte. Die Pistole war eine Spielzeugwaffe.

Auf die Veröffentlichung des Bildes hagelte es Kritik. Es sei rassistisch und verstosse gegen die Rassismus-Strafnorm. Mehrere Anzeigen wurden eingereicht. Nun hat die Zürcher Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren eingeleitet, wie die «Sonntags-Zeitung» berichtete.

Köppel beruft sich auf Pressefreiheit

«Weltwoche»-Chefredaktor und -Herausgeber Roger Köppel verwahrte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda mit Entschiedenheit gegen den Vorwurf des Rassismus. Darin sieht er einen «klar politisch motivierten Versuch, die kritisch recherchierende 'Weltwoche' zurückzubinden». Die Beschuldigungen seien für ihn «nicht nachvollziehbar».

Köppel berief sich auf die Pressefreiheit. Es müsse erlaubt sein, über problematische Entwicklungen zu recherchieren und zu berichten. Der Bericht als solcher sei von keiner Seite beanstandet worden - und das dokumentarische Titelbild illustriere und symbolisiere ihn «journalistisch präzis»: Es zeige Verwahrlosung, kombiniert mit dem Missbrauch von Kindern für kriminelle Machenschaften.

(asu/sda)

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Der Fall...
ist doch längst gelaufen. Man weiß dank der WW wieder etwas mehr über die Zustände unter Romas und ihren Kindern.
Man lieber über ein Foto streitet anstatt über die Missstände die zu solchen Fotos führen. In der Konsumgesellschaft-CH besteht offenbar kein Interesse an den Hintergründen.
Der Boulevard geht vor! Daran ändert auch das Strafverfahren nichts. Lediglich Ressourcenvergeudung.
Abgehakt!
.
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