Zürcher Sechseläuten: Schöner Sommer zu erwarten

publiziert: Dienstag, 20. Apr 2004 / 11:05 Uhr

Zürich - 11 Minuten und 42 Sekunden hat der Böögg am diesjährigen Zürcher Sechseläuten gebraucht, bis ihm der Kopf explodierte. Gemäss Tradition bedeutet dies einen recht schönen Sommer. Als Gastkanton war diesmal Graubünden mit von der Partie.

Nachdem beim Kinderumzug am Sonntag prächtiger Sonnenschein herrschte, mussten sich die zehntausende Schaulustigen beim Zug der Zünfte am Montagnachmittag warm anziehen. Immerhin konnten Regenpelerinen und Schirme in den Taschen bleiben.

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Letztes Jahr explodiert der Kopf nach nur knapp sechs Minuten

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Mehrere tausend historisch gewandete Mitglieder der 26 Stadtzürcher Zünfte zogen ab 15 Uhr in blumengeschmückten Wagen, zu Pferd oder zu Fuss über die sieben Kilometer lange Route zum Sechseläutenplatz, wo um Schlag 18 Uhr der Scheiterhaufen angezündet wurde.

Immer zu St. Peter gewandt

Zuoberst auf den 5000 kunstgerecht aufgeschichteten "Bürdeli" ist der Platz des Böögg. Der 3,4 Meter hohe Schneemann besteht aus Holzwolle, Sackleinen, Leim, Watterollen, Papiermaché und - besonders wichtig - Feuerwerkskörpern. Die Figur wird immer so gestellt, dass ihr Gesicht der Turmuhr von St. Peter zugewandt ist - die übrigens das grösste Zifferblatt Europas hat.

Der schneeweisse Böögg symbolisiert den Winter. Mit seiner Verbrennung soll dem Winter der Garaus gemacht werden. Je rascher nach dem Entzünden der Kopf explodiert, desto schöner wird laut dem Volksmund der Sommer. Im vergangenen Jahr stimmte diese Prognose exakt: Nach rekordverdächtigen 5 Minuten und 42 Sekunden flog der Kopf in die Luft - es folgte ein Jahrhundertsommer.

Wie stets bei traditionellen Ritualen, ist der Ablauf genau festgelegt. Während die Flammen lodern, galoppieren die Reitergruppen bestimmter Zünfte dreimal rund um den Scheiterhaufen, das jeweilige Zunftspiel intoniert den Sechseläuten-Marsch und die Zuschauer jubeln den Reitern zu.

Wie andere Feuerbräuche auf der ganzen Welt hat das Verbrennen des Böögg uralte Wurzeln. Ein fester Bestandteil des Sechseläutens ist es allerdings erst seit 1892, und dass die Figur immer ein Schneemann ist, gilt sogar erst seit rund 100 Jahren.

Gastkanton Graubünden

Gastkanton am diesjährigen Sechseläuten war Graubünden. Zahlreiche Gruppierungen repräsentierten den Bergkanton und seine Bräuche: Unter anderem verschiedene Zünfte, Figuren wie Jürg Jenatsch, eine Engadiner Schlitteda und eine Chalandamarz-Gruppe.

Neben dem Zürcher Böög wurde die Bündner Variante, der "Hom Strom" aus Stroh, auf der Sechseläutenwiese aufgestellt und - aus Sicherheitsgründen kurz nach dem Böögg - angezündet.

Zahlreiche Prominente aus Politik, Wirtschaft und Militär waren zu Gast bei den Zünften. Als Vertreter des Bundesrates marschierte Christoph Blocher mit der Zunft zu den Drei Königen.

Frauen: Erstmals gleiche Route

Nach wie vor separat von den Zünften, aber immerhin zum ersten Mal auf der offiziellen Umzugsroute zogen die Frauen etwas früher am Nachmittag durch die Innenstadt defilieren.

Die einzige Frauenzunft, die Gesellschaft zu Fraumünster, bemüht sich seit Jahren um eine Teilnahme am grossen Umzug - bisher vergeblich. Sie ist nach wie vor den Männern vorbehalten. Frauen sind einzig zugelassen als Ehrengäste. Im übrigen säumen sie die Strasse und verteilen den Zünftern Blumen.

(bsk/sda)

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