Zürich: 2009 starben drei Kinder wegen Misshandlung
publiziert: Freitag, 22. Jan 2010 / 09:57 Uhr / aktualisiert: Freitag, 22. Jan 2010 / 11:33 Uhr

Zürich - Drei Kinder sind im Kanton Zürich im vergangenen Jahr als Folge einer Misshandlung gestorben. Zwei Babies erlitten ein Schütteltrauma, ein Kleinkind wurde so vernachlässigt, dass es nicht überlebte. Das teilte das Zürcher Kinderspital (Kispi) mit.

Drei Kinder sind im Kanton Zürich im vergangenen Jahr als Folge einer Misshandlung gestorben. (Symbolbild)
Drei Kinder sind im Kanton Zürich im vergangenen Jahr als Folge einer Misshandlung gestorben. (Symbolbild)
3 Meldungen im Zusammenhang
Diese Todesfälle seien «ganz ausserordentlich», sagte Ulrich Lips, Leiter der Kinderschutzgruppe am Kispi. Seit 1988 führe die 1969 gegründete Gruppe eine detaillierte Statistik, und gleich drei zu Tode misshandelte Kinder in einem Jahr habe es noch nie gegeben.

2009 wurden der Kispi-Opferberatungsstelle und der Kinderschutzgruppe 419 mögliche Kindsmisshandlungen gemeldet, wie es in der Mitteilung heisst. In 253 Fällen lag mit Sicherheit Misshandlung vor. Es wurden «dringliche und nachhaltige Massnahmen» ergriffen.

Mehr Missbrauchsfälle

Die Gesamtzahl der Meldungen lag zwar um 36 unter jener im Jahr zuvor, die «sicheren Fälle» nahmen aber von 57 auf 61 Prozent zu. Gar um 20 Prozent stieg der Anteil an «sicheren Fällen» bei Vernachlässigung. Gut 75 Prozent der registrierten Kinder waren jünger als 12 Jahre, 5 Prozent weniger als ein Jahr alt.

Im Extremfall müssten Kinder sofort der Familie weggenommen werden, sagte Lips. Dazu müsse die Vormundschaftsbehörde aktiv werden. Auch sonst werden je nach Fall Vormundschafts- oder Strafverfolgungsbehörden eingeschaltet.

Familien helfen

Im allgemeinen gehe es darum, den Familien zu helfen, ihre Situation wieder «aufs richtige Gleis zu kriegen», so Lips. Liege allerdings eine Straftat vor, so werde ein Strafverfahren eingeleitet.

Ganz klar keine Misshandlung lag in 29 gemeldeten Fällen vor. Hier stellte sich heraus: Aufmerksame, besorgte Bezugspersonen hatten zwar ihren Verdacht mitgeteilt, die jeweiligen Verletzungen waren aber eindeutig auf einen Unfall zurückzuführen.

Weder erhärten noch entkräften liess sich ein starker Verdacht in 113 Fällen. Und schliesslich wurden 24 so genannte Risikofälle erkannt, wo die sozialen Verhältnisse so desolat seien, dass man über kurz oder lang mit einer Kindsmisshandlung rechnen müsse.

(tri/sda)

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