Zuger Alternative rücken vor

publiziert: Montag, 30. Okt 2006 / 21:51 Uhr / aktualisiert: Montag, 30. Okt 2006 / 22:47 Uhr

Zug - Der Erfolg der Alternativen bei den Zuger Wahlen ist nur auf den ersten Blick eine Überraschung und ein Fremdkörper im Wirtschaftskanton.

Jo Lang wurde 2003 in den Nationalrat gewählt.
Jo Lang wurde 2003 in den Nationalrat gewählt.
Er ist das Ergebnis von 20 Jahren hartnäckiger Politik und eine Folge des gesellschaftlichen Wandels. Die Alternativen gibt es erst seit einem Jahr, als sich sechs linke (lokale) Parteien unter einem Dach zusammenschlossen. Grösste Gruppe ist die Sozialistisch Grüne Alternative (SGA), mit der vor 20 Jahren die Erfolgsgeschichte begann.

Die SGA ging 1986 aus der Revolutionären Marxistischen Liga (RML), der Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP) und weiteren Gruppen hervor. Im gleichen Jahr schaffte sie es mit zwei Sitzen in den Kantonsrat. Die Zuger Alternativen waren schon damals ein Sonderfall in der Schweizer Parteienlandschaft. Sonst gab es nur in grösseren Städten wie Zürich, Bern und Basel Alternativ-Parteien, wobei in Bern und Basel diese mit der Zeit in den Grünen aufgingen.

Im Parlament und ausserhalb aktiv

Die Zuger Alternativen schafften es von Beginn weg, die Parlaments- mit ausserparlamentarischer Arbeit zu verknüpfen. Während die bürgerlichern Parteien am Wirtschaftswunder Zug bauten, wiesen sie auf die Schattenseiten vom «Dallas am Zugersee» hin. Beliebtes Feindbild war am Anfang Marc Rich.

Der grosse Durchbruch kam 1990, als der 32-jährige Marxist und ehemalige Hausbesetzer Hanspeter Uster in den Regierungsrat gewählt wurde. Das Proporzverfahren machte es möglich, dass der nur neuntplatzierte Uster eines der sieben Regierungsmandate erhielt. Doch Usters Wahl war keine Eintagsfliege. Drei Mal schaffte der sachliche, korrekte und als bienenfleissig geltende Uster die Wiederwahl. Er habe Realpolitik mit alternativer Politik optimal verbunden, bilanziert der Politologe Werner Seitz.

Starke Position links der SP

Nach dem Rücktritt von Sicherheitsdirektor Uster verschwanden die Alternativen nicht etwa aus der Regierung, sondern sie konnten sogar einen zweiten Sitz holen. Dies zeigt, dass ihr Erfolg nicht auf die Person Usters reduziert werden kann.

Es sei ihnen in den letzten 20 Jahren gelungen, die Positionen links von der SP zu besetzen, legte Seitz gegenüber der Nachrichtenagentur SDA dar. Dort sind sie, anders als etwa die Zürcher Alternativen oder die Westschweizer Solidarités, praktisch konkurrenzlos: Weder Grüne noch kommunistische Parteien machen ihnen ihre Position streitig. Die SP war jahrzehntelang in die Konkordanz eingebunden. Die Alternativen hatten es so leichter als die SP, sich zu profilieren, etwa mit Kritik am Finanz- und Rohstoffhandelsplatz. Auch konnten sie das «grüne» Thema Umweltschutz im boomenden Zug besetzen.

Barrikaden durchbrochen

Kommt dazu, dass die Bevölkerung Zugs durch eine starke Zuwanderung durchmischt wurde. Das von einzelnen Familien über Jahrzehnte geprägte Barrikadendenken sei aufgebrochen worden, hatte Politbeobachter Iwan Rickenbacher schon 2001 festgestellt.

Neben Uster verfügen die Alternativen zudem über einen zweiten Politstar der ersten Stunde: Jo Lang, der seit 2003 Zug im Nationalrat vertritt. Er ist dort Mitglied der grünen Fraktion. Zur Zeit bemühen sich die Alternativen um Aufnahme bei den Grünen.

(ht/Si)

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