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Thema: Ukraine: EU-Finanzhilfe nur bei Reformen

Die..
.. Ukraine ist das zweitgrösste Land in Europa. Man muss sich das vor allem als Schweizer vorstellen, der kleinräumig denkt. Für uns sind schon Reisen per Bahn in den Norden Deutschlands eine Ewigkeit. In den Weiten der Ukraine und Russlands hat schon mancher Feldherr die Kontrolle über seine Armeen verloren.
Nach wie vor ist die Ukraine eine Art Kornspeicher in Europa. Es ist ein Bauernstaat mit veralteten Industrien und einigen modern anmutenden urbanen Gebieten, die sich davon stark absetzen.
Das slawische Wort Ukraina bedeutet soviel wie "Grenze", "Militärgrenze" und hatte für Russland, zu dessen Südgebiet es einst gehörte, eine ähnliche strategische Bedeutung wie die "Ostmark" für das Deutsche Reich, denn auch das Wort "Mark" trägt diese Bedeutung.

Der grösste Teil der heutigen Ukraine gehörte bereits im tsaristischen Russland zum Kaiserreich. Nach dessen Zusammenbruch und der Übernahme durch die Bolschewiki gehörte sie zur Sowjetunion. Leider wird die Sowjetunion häufig fälschlicherweise als "Sowjetrussland" bezeichnet oder gar mit Russland gleichgesetzt, was viel dazu beigetragen hat, dass sich Russland heute für Stalins Verbrechen verantworten muss, obwohl weder das Kaiserreich, noch die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion entstandene "Russische Föderation" damit gleichzusetzen sind. Russland war während der Zeit der Sowjets genau so besetzt, wie die anderen Gliedstaaten des bolschewistischen Reichs.

Seit dem Niedergang der SU vor gut 20 Jahren sind die Archive im Osten zugänglich, was der Grund dafür ist, dass mit diversen Kriegsmärchen aufgeräumt werden konnte. Es geisterte beispielsweise lange das Gerücht herum, Hitler habe die SU "präventiv" überfallen, weil das Reich fürchtete, Stalin wolle ganz Europa einnehmen. Das ist Quatsch. Die sowjetische Armee war 1941 in einem erbärmlichen Zustand. Der einzige Grund, weshalb Hitler sich entschloss, unmittelbar nach dem Sieg über Frankreich die SU zu überfallen, lag darin, dass es ihm klar war, dass Stalin niemals damit rechnen würde, dass Hitler so blöd wäre, um zu diesem Zeitpunkt eine zweite Front im Osten zu eröffnen - vor allem, weil ja beide einen Nichtangriffspakt unterschrieben hatten.

Hitler griff im Juni 1941 die SU im Gebiet des heutigen Polens an, das damals nicht existierte, da es zuvor zwischen dem Deutschen Reich und der SU aufgeteilt worden war.
Die im Osten besetzten Länder litten unter Stalins Herrschaft, der für seine Grausamkeit bekannt und gefürchtet war. Es ist daher kein Wunder, dass die Deutsche Wehrmacht, als sie unerwartet in die Sowjetunion einfiel, zunächst von der einfachen Bevölkerung als "Befreier" wahrgenommen wurde. Die Frontsoldaten pflegten grösstenteils zunächst ein gutes Verhältnis mit der ansässigen Bevölkerung. Die erst mit Wochen Verzögerung nachrückenden Polizeien und Geheimdienste änderten die Ansichten. Kommunisten und Juden wurden an den Dorfrändern zusammengetrieben und gerne vor Zuschauern exekutiert - im Zweifel gegen den Angeklagten. Die Truppen blieben davon zumeist unbehelligt, es gab Weisungen, dass diese Säuberungsaktionen "abseits der Truppen" vorgenommen werden sollten. Aus diesem Grunde waren Fotos davon eine Art Rarität, die unter den Wehrmachtsangehörigen gehandelt wurden.
In den urbanen Gebieten halfen gewisse Gruppen, Bessergestellte, Oligarchen, Oberschichten den SS-Einheiten und der Gestapo bei ihren Säuberungsaktionen. Ob aus Idealen oder reinem Opportunimus, bleibe mal dahingestellt.

Die aus Deutschland vorrückenden Truppen erreichten noch vor Einbruch des russischen Winters Smolensk. Einem fatalen Entscheid Hitlers ist es zu verdanken, dass nicht Moskau, sondern zunächst die Ukraine im Süden eingenommen werden sollte. Zu diesem Zeitpunkt wäre Moskau vielleicht zu schlagen gewesen.
Hitlers Entscheid gab Stalin die Möglichkeit, Moskau zu halten und seine Truppen auf den Gegenschlag vorzubereiten.
Der eigentliche Wendepunkt, die Schlacht von Stalingrad, ist bekannt. Nach dieser verlorenen Schlacht eroberten die Sowjets Kilometer für Kilometer des von den Deutschen besetzten Gebietes zurück - unter grössten Verlusten auf beiden Seiten.
Der Rest ist allgemein bekannt. Die Sowjets eroberten nicht nur ihre ursprünglich besetzten Gebiete zurück, sondern drangen weit nach Westeuropa bis in die Reichshauptstadt Berlin vor.

Die Sowjetbesatzung endete mit dem Zusammenbruch der Union Anfangs der 90er Jahre. Man muss bedenken, dass die Schreckensherrschaft Stalins nicht von allen Völkern gleichermassen erfahren wurde. Es gibt in den ehemaligen SU-Gebieten bis heute Verehrer Stalins, für die alles, was nach Westen klingt, dem Verdacht von Radikalismus und Faschismus obliegt. Genauso aber gibt es die Gegenseite. Glühende Hasser ihrer ehemaligen Besatzungsmacht, die sich auch mit dem Teufel verbünden würden, nur, um nicht noch einmal vom Osten dominiert zu werden, den sie in schlechter Erinnerung haben.
Die Sowjetbesatzung gilt stellvertretend für Leid, Unterdrückung und Verbrechen.

Man müsste nun die Ereignisse der einzelnen Länder gesondert betrachten, denn die Haltung ist heutzutage sehr unterschiedlich. Vieles davon ist auf die Geschehnisse NACH dem Zusammenbruch der SU zurückzuführen.
Um bei der Ukraine zu bleiben:
In diesem Land gibt es keine zentrale Herrschaft, wie wir sie bei uns im Westen kennen. Schon die Grösse des Landes und die archaischen Strukturen, sowie die ländliche, urchige Prägung machen dies schwierig. In diesem Land herrschen lokale Fürsten wie Adlige. Ihr Wort gilt - sie sind es, die den Leuten Brot und Arbeit geben. Man hat die Kinder im Westen der Ukraine, der sich vom Osten stark unterscheidet, seit 20 Jahren in der Schule nach Westen orientiert. Man hat ihnen erklärt, dass im Westen die Schlaraffen leben, das einem Honig in den Mund fliesst, wenn man ihn nur aufmacht. Gleichzeitig gibt es in diesem Land noch immer Kräfte, Gruppierungen, die eine gewisse Verehrung für die "Befreier" aus dem 2. Weltkrieg haben - dessen muss man sich bewusst sein.

Dass die Oligarchen aus dem Westen der Welt ein Interesse an einer Anbindung der Ukraine haben, dürfte allein in Plünderungsabsichten und billigen Arbeitskräften begründet sein.
Ein anderes Motiv für Nostalgiker und EU-Architekten dürfte eine Art Operation Barbarossa V2 sein, die es nun ermöglichen soll, das Gebiet um das ehemalige Lemberg wieder ins Westreich heimzuholen.
Und für die USA liegen die Interessen vor allem darin, dass man mit den erwähnten radikalen Kräften und der seit 20 Jahren geschürten Westeuphorie einen neuen Graben an der "ukraina" zu Russland aufbrechen kann. Mittels NATO werden die Westeuropäischen Staaten gegen die angebliche "Gefahr" Russlands aufgehetzt, in der Hoffnung, dadurch eine Menge Kriegsmaterial an die mittlerweile abgerüsteten Weststaaten liefern zu können.
Gleichzeitig liefert das auch einen scheinbaren Grund für die Vervollständigung des NATO-Raketenschirms in der Ukraine.

Man darf sich da nicht zuviele Illusionen machen. Die Ukrainer, denen man jetzt mit der "Assoziation" an die EU grosse Versprechen gemacht hat, werden aufbegehren, wenn sie enttäuscht werden.
Und das werden sie mit Sicherheit, denn die EU hat nicht das geringste zu bieten, was die Ukraine bräuchte - es gibt keinen noch so kleinen Plan, wie man diesen Pleitestaat auf die Beine bringen könnte.
Natürlich, die Heuschrecken- und peace/Democracy-Freunde aus der Hochfinanz haben schon Ideen. Bereits hat die EU verlauten lassen, die Ukraine müsse sich "reformieren", um Unterstützung zu erhalten. Das Muster ist bekannt.
Aber es wird in der Ukraine nicht funktionieren. Es wird dafür einen gewaltigen Einwanderungsdruck in Richtung Westen geben - sobald Kiew und die Oligarchen die Sparschlingen enger ziehen.
Da werden in der EU noch einige auf die Welt kommen, was da an Ideologie alles einwandern wird, die man bei uns längst für praktisch ausgestorben hielt.
Aber der US-Plan und jener der Heuschrecken ist zu vereiteln. Es wird allen Propagandatrick zum Trotz keinen neuen kalten Krieg mit Russland geben.
Es ist eine Lüge, zu behaupten, in Deutschland seien es "die Linken" (und bei uns wahrscheinlich die Rechten), die der "russischen Propaganda" auf den Leim gingen. Sprüche wie "vom Kreml bezahlt" und dergleichen ziehen nicht mehr. Spiegel hat jüngst in einer Umfrage festgestellt, dass eine deutliche Mehrheit der Deutschen der Ansicht ist, dass man gute Beziehungen zu Russland pflegen soll. Mir wäre es neu, dass die Deutsche Linke eine Mehrheit im Lande hätte.
Auch in der Schweiz liegen die Verhältnisse ähnlich. Man hat die Umfrageergebnisse leider kurz nach Erscheinen wieder vom Netz genommen - offenbar sind sie jemandem gegen den Strich gegangen;-)
Pech gehabt. Nicht der Kreml macht Propaganda - nein, unsere gottverfluchten Geldsäcke sind es, die glauben, sie wären Gottes Auserwählte. Und in den Foren sind es gerade noch ein paar, die permanent antirussische Hetztiraden verbreiten. Man kann sie unterdessen an einer Hand abzählen und erkennt sie auch in allen Foren wieder:-)
Ihr Kommentar zum Beitrag von keinschaf:
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8 Kommentare
· Die..
· Zitat keinschaf
· Zum Abschluss
· Oh Gott, jetzt wird's auch noch wissenschaftlich! (richtige Version) ...
· Am Thema vorbei
· Ein Artikel
· Nix Rückeroberung
· Hier mal
Mitreden
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