«post 2012» – Wie gehts weiter?
publiziert: Donnerstag, 15. Jul 2010 / 09:45 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 15. Jul 2010 / 10:01 Uhr

Die Abgabe meiner Masterarbeit rückt langsam näher. In diesem Zusammenhang bot mir die CarbonExpo in Köln eine umso willkommenere Gelegenheit, mich auf den aktuellen Stand in Sachen «Carbon Market» und Emissionshandel zu bringen.

Katja Halbritter ist dipl. Chemikerin und schreibt zurzeit eine Masterabeit an der ETH Zürich.
Katja Halbritter ist dipl. Chemikerin und schreibt zurzeit eine Masterabeit an der ETH Zürich.
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Die Zukunft des «Carbon Market» und des Emissionshandels ist mit dem Auslaufen des Kyoto-Protokolls 2012 noch ungewiss und Spekulationen sind allgegenwärtig. Die Marktteilnehmer scheinen zuversichtlich - trotz des unerhofft ambitionslosen Ausgangs der Verhandlungen in Kopenhagen.

«Auch Kleinvieh macht Mist»

In Köln war der so genannte «programmatische Clean Development Mechanism (programmatischer CDM)» ein «heisses Thema» im Bereich der marktbasierten Instrumente zur Reduktion von Treibhausgasemissionen. Im Gegensatz zu den grossen einzelnen Projekten im traditionellen CDM werden im programmatischen CDM verstärkt kleine Projekte vorangetrieben, welche in einem «Programm» zusammengefasst werden (daher der Name). Auf diese Weise schaffen es auch kleine Projekte, sich trotz der hohen Transaktionskosten zu behaupten und wirtschaftlich rentabel zu werden.

Sektorale Ansätze

Abgesehen von der Förderung kleinerer Emissionsprojekte ist der programmatische CDM ein Meilenstein auf dem Weg zu breiter gefächerten und allgemeineren so genannten sektoralen Marktmechanismen. Grundgedanke des sektoralen Ansatzes ist es, anstatt für einzelne Projekte für einen kompletten Industriesektor Emissionsziele zu definieren. Die Verfehlung dieser Ziele führt nicht zu Sanktionen, da es sich um so genannte «No-lose Targets» handelt. Dies soll einerseits Anreize für Emissionsreduktionen schaffen und andererseits Entwicklungsländer dazu anspornen, mittelfristig ein nationales Emissionsziel anzunehmen.

Auf dem Weg zu globalen Emissionszielen

Die Implementierung verschiedener sektoraler Ansätze wird zurzeit diskutiert. Die sektoralen Ansätze bieten unter anderem den Vorteil, dass sie auch von den bisher auf dem internationalen «Klimaparkett» verhalten agierenden USA favorisiert werden. Und das ist gut: Wie die Verhandlungen in Kopenhagen deutlich bestätigt haben, müssen die USA dringend ins Boot geholt werden, damit die internationale Klimapolitik an Fahrtwind gewinnt und auch Entwicklungs- und insbesondere Schwellenländer wie Brasilien, Indien und China mitspielen. Dies könnte dank der besagten «No-lose Targets» politisch möglich werden und würde einen grossen Schritt für die internationale Klimapolitik bedeuten.

Neue und alte Bekannte

Abgesehen von den vielen Informationen und einigen neuen Kontakten, die sich als durchaus nützlich für meine Arbeit erwiesen haben, konnte ich auf der CarbonExpo auch alte Bekannte wiedertreffen. Nachdem wir uns seit der Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember nicht gesehen hatten, liefen sich Tim und ich zufällig in Köln an der Messe über den Weg - die Welt des Emissionshandels ist klein!

(Katja Halbritter/ETH-Zukunftsblog)

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