Hamas zieht Miliz im Gazastreifen zurück

publiziert: Freitag, 26. Mai 2006 / 19:23 Uhr

Gaza - Einen Tag nach dem Ultimatum von Präsident Mahmud Abbas hat die Hamas-Regierung ihre im Gazastreifen eingesetzten Sicherheitskräfte abgezogen.

Foto: islamonline.org Hamas-Regierungschef Hanija schloss erneut jedes Einlenken aus.
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Abbas´ Plan, der sie indirekt zur Anerkennung Israels verpflichtet, wies sie zurück. Der moderate Präsident Abbas war am Vortag in die Offensive gegangen und hatte der palästinensischen Regierung eine Frist von zehn Tagen gesetzt, eine Zwei-Staaten-Lösung im Nahen Osten zu unterstützen.

Damit sucht er einen Ausweg aus der politischen und finanziellen Krise der Palästinenser seit der Regierungsübernahme durch die Hamas.

Der Rückzug der von Abbas kritisierten Sicherheitskräfte wurde von Innenminister Said Sejam angeordnet. Der Hamas-Minister hatte die Einheit aus Mitgliedern der Kassam-Brigaden gebildet, des militärischen Arms der Extremisten-Bewegung.

Keine Lösung des Nahost-Konflikts in Sicht

Sie sollte für Ruhe in Gaza sorgen, wo sich seit dem Wahlsieg der Hamas über Abbas´ Fatah die Gewalt zwischen den rivalisierenden Gruppen gehäuft hatte. Abbas hatte vergangene Woche umgehend reagiert und seinerseits dort Kräfte stationiert, die ihm loyal gegenüberstehen.

Im Kern des Konflikts zwischen Abbas und der Hamas steht die Weigerung der Extremisten, den Forderungen des Präsidenten sowie der westlichen Geberländer nachzukommen, Israel anzuerkennen und Verhandlungen über eine Lösung des Nahost-Konflikts zu führen.

Hamas-Regierungschef Hanija schloss erneut jedes Einlenken aus. «Selbst wenn sie uns von allen Seiten unter Druck setzen, sollten sie nicht einmal davon träumen, dass wir politische Zugeständnisse machen», sagte er während der Freitagsgebete in einer Moschee in Gaza.

(/sda)

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