Letzte Wahlpropaganda in der Türkei
Istanbul - Einen Tag vor den vorgezogenen Parlamentswahlen in der Türkei haben sich Regierung und Opposition ein letztes Mal an die Wähler gewandt.
Die überwiegend nationalistische und weltlich orientierte Opposition versuchte dagegen, mit dem Thema Sicherheit zu punkten.
In Istanbul demonstrierten zudem zehntausende Anhänger der rechten Partei der Nationalen Bewegung (MHP) gegen die Privatisierungspolitik der AKP. «Europa liebt diese Regierung, weil sie die Interessen der Türkei verkauft hat», sagte der 51-jährige Beamte Cezmi Kibaroglu.
Hohe Wahlbeteiligung erwartet
Letzten Umfragen zufolge kann die AKP mit etwa 40 Prozent der Stimmen rechnen, während die linke Republikanische Volkspartei (CHP) zweitstärkste Kraft werden dürfte. Unklar ist, ob weitere Parteien wie die MHP den Sprung über die Zehn-Prozent-Hürde schaffen.
Angesichts der Bedeutung der Wahl wird mit einer hohen Beteiligung gerechnet. Türkische Medien berichteten von einem Aufbruch in den Feriengebieten. Viele türkische Touristen hätten den Urlaub unterbrochen, um am Wohnort wählen zu gehen. Eine Briefwahl gibt es in der Türkei nicht.
Die letzten Wahllokale schliessen am Sonntag um 16.00 Uhr (MESZ). Hochrechnungen der Fernsehsender dürfen auf Anordnung des Landeswahlleiters erst vier Stunden nach Schliessung der Wahllokale ausgestrahlt werden.
(smw/sda)





