Nasrallah lehnt Entwaffnung der Hisbollah ab
Beirut - Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah hat einer Entwaffnung seiner radikal-islamischen Miliz eine klare Absage erteilt.
Die Hisbollah habe sich organisatorisch und militärisch erholt und sei nun stärker als vor Beginn des Krieges, sagte der Anführer der Extremisten. Seine Organisation verfüge nach wie vor über mehr als 20 000 Raketen.
Nasrallah griff auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel an. Seine Kritik entlud sich an der Aussage Merkels, dass das deutsche Marinekontingent, das vor die Küste des Libanons geschickt wird, um die Waffenruhe zu überwachen, der Sicherheit Israels diene.
«Sie sagt, ihr Ziel sei es, Israel zu schützen», rief Nasrallah. «Aber ich sage ihr: selbst wenn sie die See, den Luftraum und das Land überwachen - wir haben mehr als 20 000 Raketen und sind stärker als je zuvor.»
Nasrallah wagte sich an die Öffentlichkeit
Nasrallah war nach Ausbruch der Kampfhandlungen, die Mitte Juli durch die Verschleppung zweier israelischer Soldaten durch Hisbollah-Kämpfer ausgelöst worden war, in den Untergrund gegangen.
Israel hatte angekündigt, auch ihn persönlich als militärisches Ziel zu betrachten. Seitdem hatte er sich über Fernseh-Botschaften an die libanesische und internationale Öffentlichkeit gewandt.
Es hatte Spekulationen darüber gegeben, ob Nasrallah sich an die Öffentlichkeit wagen würde. Seine Anhänger begrüssten ihn im Süden Beiruts mit Hoch-Rufen. Viele Demonstranten waren mit Wagen und Kleinbussen aus dem Süden des Landes, der Hochburg der Miliz, in die libanesische Hauptstadt gebracht worden.
(smw/sda)





