Verwaltung reagiert konzeptlos auf den Hooliganismus

Keine neuen Ideen im Kampf gegen Hooliganismus.

Bern - Die Hooligans lassen Sportfunktionäre, Klubs, Politikerinnen und Verwaltung ratlos zurück. Bei der Aufarbeitung des Spielabbruchs des Stadtzürcher Fussballderbys vom vergangenen Sonntag werden alte Forderungen wiederholt. Die Gräben sind die alten, die Ideen ebenfalls.

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Kombitickets, Charterzüge, Rayonverbote, Fussfesseln - die Vorschläge zur Eindämmung der Fangewalt sind bekannt. So auch die Forderung nach Ausweiskontrollen von Matthias Remund, Direktor des Bundesamts für Sport. «Auch im Ausgang muss man sich für den Besuch gewisser Lokale ausweisen. Weshalb in Stadien nicht?», sagte er im Interview mit dem «Sonntag».

Dass das Bundesamt für Polizei (fedpol) Identitätskontrollen von Fangruppen in Feldversuchen testet, erwähnte Remund nicht. Auch fedpol-Sprecher Stefan Kunfermann wollte zu dieser Information noch nicht Stellung nehmen. Es werde zu einem späteren Zeitpunkt informiert.

Die Feldversuche waren im August von Kantonen, SBB und fedpol geplant und auf Oktober und November 2011 terminiert worden. Dieser sowie andere Vorschläge wurden dem letzten Runden Tisch gegen Gewalt im Sport vom 1. September präsentiert.

Bewilligungspflicht in Vernehmlassung

Die neuste Information betrifft einen Termin: Kommende Woche werden die Anpassungen des Hooligankonkordats in die Vernehmlassung geschickt, wie Karin Keller-Sutter, Präsidentin der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) im Interview mit der «Zentralschweiz am Sonntag» verrät.

Der Inhalt der Anpassungen ist jedoch altbekannt und wurde vor besagtem Derby ausgearbeitet: Es geht um die Bewilligungspflicht für Spiele, ein schweizweites Rayonverbot und die Verschärfung der Meldeauflage. Die Vernehmlassung dauert bis im Januar 2012, danach geht die Vorlage in die kantonalen Parlamente.

Es sei an der Zeit, dass die Kantone aktiv würden, erklärte Keller-Sutter der «NZZ am Sonntag». Und: «Mit dem verschärften Konkordat werden Klubs mehr in die Pflicht genommen und die Steuerzahler entlastet.» Denn Ziel sei es, die Sicherheit an Fussballspielen zu gewährleisten und das mit möglichst wenig Polizei.

(/sda)

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