Eltern im Fall Maddie keine Verdächtigen mehr

London - Fast 15 Monate nach dem Verschwinden der kleinen Madeleine McCann aus einer Ferienanlage an der Algarve haben die portugiesischen Behörden die Ermittlungen eingestellt.

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Für eine Aufklärung des Falles fehlten die Beweise, teilte die Generalstaatsanwaltschaftin Lissabon mit. Damit würden auch die Ermittlungen gegen die Eltern Kate und Gerry McCann sowie gegen den ebenfalls in Verdacht geratenen Briten Robert Murat eingestellt, hiess es in der Mitteilung weiter.

Es gebe keine Beweise dafür, dass die drei Verdächtigen eine Straftat begangen hätten, erklärte die Staatsanwaltschaft. Die portugiesischen Ermittler hatten nach Beweisen für ihre These gesucht, dass Maddies Tod von den Eltern verursacht und im Anschluss vertuscht wurde. Die McCanns wurden mehrfach stundenlang von den Ermittlern vernommen.

Über die Reaktion von Maddies Eltern sagte deren Sprecher Clarence Mitchell in London, es herrsche «eine gewisse Erleichterung, aber keineswegs Jubel». Die McCanns «hätten niemals verdächtigt werden dürfen. Die Tatsache, dass sie da ohne Anklage rausgekommen sind, beweist das», sagte Mitchell.

Empörung über Ex-Ermittler

Für Empörung sorgte derweil ein Buch des ehemaligen Chefermittlers in dem Fall. Der inzwischen entlassene Kommissar Gonçalo Amaral bekräftigt darin die Vorwürfe gegen die Eltern Maddies. Er wolle damit dazu beitragen, «die Wahrheit zu finden», sagte Amaral im BBC-Fernsehen.

In «A Verdade da Mentira» (Die Wahrheit der Lüge) vertritt er erneut die These, dass Madeleine in der Ferienwohnung in Südportugal zu Tode kam, die Eltern die Leiche verschwinden liessen und dann eine Entführung vortäuschten.

Die kleine Madeleine war am 3. Mai 2007 aus einem Appartement in einer Ferienanlage an der Algarveküste verschwunden.

(/sda)

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